*
Grundlagen
Unter Hydraulik versteht man das Erzeugen von Kräften und
Bewegungen durch Druckflüssigkeiten. Dabei ist die Druckflüssigkeit
das Energieübertragungsmedium.
Vorteile:
- Übertragung großer Kräfte bei
Einsatz kleiner Bauelemente, d. h. große
Leistungsdichte
- exaktes Positionieren
- Anfahren aus dem Stillstand unter Höchstlast
- gleichmäßige, lastunabhängige Bewegung, da Flüssigkeiten
kaum komprimierbar sind und Regelventile eingesetzt werden
können
- weiches Arbeiten und Umschalten
- gute Steuer- und Regelbarkeit
- günstige Wärmeabfuhr
Nachteile:
- Verschmutzung der Umgebung
durch Lecköl (Brandgefahr, Unfallgefahr)
- Schmutzempfindlichkeit
- Gefahr durch hohe Drücke
- Temperaturabhängigkeit (Viskositätsänderung)
- ungünstiger Wirkungsgrad
*
Berechnung von Flächen
Zuerst ein paar Formeln zur Berechnung der drei wichtigsten
Flächen, die später noch gebraucht werden.
| |
Quadrat |
Rechteck |
Kreis |
|

|
|

|
| mit: |
| A |
= |
Fläche |
in cm2 |
|
oder mm2 |
| a |
= |
Kantenlänge |
in cm |
|
oder mm |
| g |
= |
Kantenlänge |
in cm |
|
oder mm |
| h |
= |
Kantenlänge |
in cm |
|
oder mm |
| r |
= |
Kreisradius |
in cm |
|
oder mm |
| d |
= |
Kreisdurchmesser |
in cm |
|
oder mm |
| π |
= |
Pi |
|
|
3,14159265 ... ≈ 3,1416 |
*
Druck - Druckkraft
Der Druck p ist die Kraft, die senkrecht auf
eine Fläche wirkt.
Bei kleinerer Grundfläche entsteht bei gleicher Gewichtskraft
ein größerer Druck als bei größerer Grundfläche.
| mit: |
| p |
= |
Druck |
in Pa |
Pascal |
oder 1 N/m2 |
| F |
= |
Kraft / Druckkraft |
in N |
Newton |
|
| A |
= |
Fläche |
in m2 |
|
|
*
Vergleich und Umrechnung von Druckeinheiten
|
Einheit
|
1 Pa =
N/m2 |
bar |
mbar |
µbar |
| 1 Pa = 1 N/m2 |
1 |
10-5 |
10-2 |
10 |
| 1 bar |
105 |
1 |
103 |
106 |
| 1 mbar |
102 |
10-3 |
1 |
103 |
Nicht mehr zugelassene Druckeinheiten:
- 1 at = 1 kp/cm2
= 98066,5 Pa = 0,980665 bar
- 1 atm = 101 325 Pa = 1,01325 bar
- 1 Torr = 1 atm/760 = 1,33322 mbar = 1 mm Hg1)
- 1 m WS2) = 73,5591 mm Hg = 98,0665 mbar
1) Quecksilber 2) Wassersäule
*
Druckfortpflanzung - Hydraulische Presse, auch Kraftübersetzung
In einer Flüssigkeit pflanzt sich die Kraft / der Druck nach
allen Seiten gleich-
mäßig fort. An jeder Stelle in einem abgeschlossenen System
wirkt der gleiche Druck, dabei spielt die Form des Gefäßes keine
Rolle.
| mit: |
| F1 |
= |
Kraft in Kolben 1 |
in N |
Newton |
| F2 |
= |
Kraft in Kolben 2 |
in N |
Newton |
| A1 |
= |
Fläche des Kolbens
1 |
in m2 |
|
| A2 |
= |
Fläche des Kolbens
2 |
in m2 |
|
*
Wegübersetzung
Soll eine Last F2 um eine Strecke s2
angehoben werden, so muss der Kolben K1 eine bestimmte
Flüssigkeitsmenge (Volumen) verdrängen, die den Kolben K2
um die Strecke s2 anhebt.
Das Produkt aus s · A nennt man auch das Verdrängungsvolumen.
| mit: |
| s1 |
= |
Weg des Kolbens 1 |
z.B. in cm |
|
| s2 |
= |
Weg des Kolbens 2 |
z.B. in cm |
|
| A1 |
= |
Fläche des Kolbens
1 |
in m2 |
|
| A2 |
= |
Fläche des Kolbens
2 |
in m2 |
|
Aus dem Bild lässt sich ersehen, dass der Weg s1
größer sein muss als der Weg s2, da die Fläche A1
kleiner als die Fläche A2 ist.
*
Druckübersetzung - Druckwandler
In einem Druckwandler verhalten sich die Drücke umgekehrt
wie die Kolben-
flächen.
| mit: |
| p1 |
= |
Flüssigkeitsdruck
in Zylinder 1 |
in N |
Pascal |
| p2 |
= |
Flüssigkeitsdruck
in Zylinder 2 |
in N |
Newton |
| A1 |
= |
Fläche des Kolbens
1 |
in m2 |
|
| A2 |
= |
Fläche des Kolbens
2 |
in m2 |
|
*
Volumenstrom
Unter dem Volumenstrom versteht man das Flüssigkeitsvolumen,
das in einer be-
stimmten Zeiteinheit durch ein Rohr strömt.
Um z. B. einen 5 Liter- Wassereimer am Wasserhahn zu füllen,
benötigt man etwa eine Minute. Der Volumenstrom im Wasserhahn
beträgt dann 5 l/min.
| mit: |
| Q |
= |
Volumenstrom |
in m3/s |
oder l/min oder cm3/min
oder ml/min |
| V |
= |
Volumen |
in m3 |
|
| t |
= |
Zeit |
in s |
|
*
Kontinuitätsgleichung
Aus der Formel für den Volumenstrom kann man die Formel für
die Strömungsge-
schwindigkeit herleiten.

| mit: |
| v |
= |
Strömungsgeschwindigkeit |
in m/s |
|
| Q |
= |
Volumenstrom |
in m3/s |
oder l/min |
| A |
= |
Rohrquerschnitt |
in m2 |
|
Der Volumenstrom berechnet sich wie folgt:
| mit: |
| Q |
= |
Volumenstrom |
in m3/s |
oder l/min oder cm3/min
oder ml/min |
| A |
= |
Rohrquerschnitt |
in cm2 |
|
| s |
= |
Weg des Kolbens |
in cm |
|
| t |
= |
Zeit |
in min |
|
Ein Beispiel mit folgenden Vorgaben:
A = 5 cm2
s = 8 cm
t = 1 min
Q = (5cm2 · 8cm) / 1min = 40
cm3/min = 40 ml/min = 0,04 l/min
*
Leistung
Die hydraulische Leistung berechnet sich aus dem Druck und
dem Volumenstrom.

| mit: |
| P |
= |
Leistung |
in W |
oder Nm/s |
| p |
= |
Druck |
in Pa |
|
| Q |
= |
Volumenstrom |
in m3/s |
oder l/min oder cm3/min
oder ml/min |
*
Druckflüssigkeiten
Zur Übertragung von Druckenergie würde sich grundsätzlich
jede Flüssigkeit eig-
nen. Da aber in hydraulischen Anlagen von Druckflüssigkeiten
zusätzliche Eigen-
schaften gefordert werden, schränkt sich die Anzahl der in Frage
kommenden Flüssigkeiten erheblich ein.
Wasser als Druckflüssigkeit ergibt Probleme in Bezug auf
Korrosion, Siedepunkt, Gefrierpunkt und Dünnflüssigkeit.
Druckflüssigkeiten auf Mineralölbasis – auch Hydrauliköle genannt
– werden nor-
malen Anforderungen (z. B. in Werkzeugmaschinen) weitgehend
gerecht.
Die in hydraulischen Anlagen eingesetzten Druckflüssigkeiten
müssen sehr unter-
schiedliche Aufgaben erfüllen:
- Druckübertragung
- Schmieren der beweglichen Geräteteile
- Kühlen, d. h. Ableiten der durch Energieumwandlung (Druckverluste)
ent-
stehenden Wärme
- Dämpfung von Schwingungen, die durch Druckstöße hervorgerufen
werden
- Korrosionsschutz
- Abriebentfernung
- Signalübertragung
*
Praxis
*
Bauteile
Eine Modellhydraulik besteht aus folgenden Bauteilen
- Hydraulikpumpe
- Antriebsmotor
- Pumpe mit Druckbegrenzungseinheit
- Tank
- Ölfilter
- Steuerventil
- Zylinder
*
Hydraulikpumpe
Die Hydraulikpumpe setzt sich aus folgenden Bauteilen zusammen:
- Antriebsmotor
- Pumpe mit Druckbegrenzungseinheit
- Tank
Diese drei Bauteile sind im Modellbau meistens schon in einer
Einheit zusammen-
gefasst.
Symbolische Darstellung einer Hydraulikpumpe

P = Druckanschluss
T = Tank- / Rücklaufanschluss
Hydraulikpumpe im Original
|
links
der Tank mit
Befüllungs- und Entlüftungsstutzen
|
in der Mitte
die Pumpe mit Druckbegrenzungseinheit
und den Anschlüssen P / T
|
rechts
der Antriebsmotor
mit Entstörkondensatoren |
|

|
| Bj. 2000
/ 2001 |
MB - Silotransporter |
Bild März 2006 |
Antriebsmotor
Der Antrieb einer Hydraulikanlage erfolgt durch Motoren (Elektromotor,
Verbren-
nungsmotor). In der Stationärhydraulik liefern überwiegend Elektromotoren,
in der Mobil-Hydraulik Verbrennungsmotoren die mechanische Leistung
für die Pumpe.
Pumpe mit Druckbegrenzungseinheit
Die Pumpe einer Hydraulikanlage, auch Hydropumpe genannt,
wandelt die mecha-
nische Energie des Antriebsmotors in hydraulische Energie (Druckenergie)
um. Die Pumpe saugt die Druckflüssigkeit an und verdrängt diese
in das Leitungssystem. Durch die Widerstände, die der strömenden
Druckflüssigkeit entgegenwirken, baut sich im Hydrauliksystem
ein Druck auf. Die Höhe des Drucks entspricht dem Gesamtwiderstand,
der sich aus äußeren und inneren Widerständen und dem Volumenstrom
ergibt.
Der Flüssigkeitsdruck eines Hydrauliksystems wird also nicht
von vornherein durch die Pumpe gegeben, sondern er baut sich
entsprechend den Widerständen auf – und zwar im Extremfall soweit,
bis ein Bauteil zerstört wird. Dies wird je-
doch in der Praxis dadurch vermieden, indem direkt hinter der
Pumpe oder im Pumpengehäuse integriert eine Druckbegrenzungseinheit
(Druckbegrenzungsventil als Sicherheitsventil) installiert wird,
an dem der maximale Betriebsdruck, für den die Pumpe geeignet
ist, eingestellt ist.
Das Druckbegrenzungsventil ist im Ruhezustand geschlossen.
Wenn die Druckdif-
ferenz an den Anschlüssen P (Druckanschluss) und T
(Rücklaufanschluss) den einstellbaren Solldruck übersteigt,
öffnet das Ventil und die Druckflüssigkeit strömt über den Anschluss
T in den Tank ab. Der Druck steigt nicht weiter an. Wird
der eingestellte Druck unterschritten, schließt das Ventil wieder.
Druckbegrenzungsventil (Symbol)

P = Druckanschluss
T = Tank- / Rücklaufanschluss
Der Tank
Der Tank oder Behälter einer Hydraulikanlage erfüllt folgende
Aufgaben:
- Aufnahme- und Vorratsbehälter
für die zum Betrieb der Anlage erforderliche Druckflüssigkeit
- Abfuhr der Verlustwärme
- Abscheiden von Luft, Wasser und festen Stoffen
- Träger einer ein- oder aufgebauten Pumpe und des Antriebsmotors
sowie weiterer Hydraulikbauelemente, wie Ventile, Speicher
usw.
*
Ölfilter
Ölfilter dienen zur Beseitigung von Schmutzpartikeln / Verunreinigungen
in der Druckflüssigkeit, die durch mechanischem Abrieb, Ölerwärmung
und -alterung sowie äußere Einflüsse entstehen. Dadurch sollen
die Bauelemente vor Verschleiß geschützt werden.
Ölfilter (Symbol)

*
Steuerventil
Ventile sind Geräte zur Steuerung des Energieflusses, mit
denen die Strömungs-
richtung der Druckflüssigkeit, der Druck, der Volumenstrom und
damit die Strö-
mungsgeschwindigkeit gesteuert oder geregelt werden können.
Wegeventile steuern die Flussrichtung der Druckflüssigkeit
und damit die Bewe-
gungsrichtung und das Positionieren der Arbeitsglieder. Wegeventile
können manuell, mechanisch, elektrisch, pneumatisch oder hydraulisch
betätigt werden. Sie wandeln und verstärken Signale (manuelle,
elektrische, pneumatische) und sind damit die Schnittstelle
zwischen Signalsteuerteil und Energiesteuerteil.
In der Bezeichnung der Wegeventile wird immer zuerst die
Anzahl der Anschlüsse und dann die Anzahl der Schaltstellungen
genannt. Wegeventile haben minde-
stens zwei Anschlüsse und mindestens zwei Schaltstellungen.
Die Bezeichnung lautet in diesem Fall 2/2-Wegeventil.
4/2-Wege-Magnetventil (Symbol)
mit elektromagnetischer Ansteuerung |
4/3-Wegeventil (Symbol)
mit Sperrstellung und
mit Ansteuerung über eine Walze |
 |
In der Ruhestellung
des 4/2-Wege-Ventiles ist P nach B und
A nach T geöffnet.
Wird das Ventil durch den Steuermagneten betätigt, ist
P nach A und B nach T geöffnet. |
In der Ruhestellung
des 4/3-Wegeventiles sind alle Anschlüsse geschlossen.
Bei Betätigung durch die Walze kann das Ventil in die
Überkreuzstellung
(P nach B und A nach T geöffnet)
oder in die Parallelstellung
(P nach A und B nach T geöffnet)
gebracht werden. |
P = Druckanschluss
T = Tank- / Rücklaufanschluss
A = Arbeitsanschluss
B = Arbeitsanschluss
Das Wegeventil kann auf unterschiedliche Arten betätigt oder
angesteuert werden (symbolische Darstellung):
| elektrisch |
Motor
/ Servo |
Walze |
Feder |
 |
| Kolben |
manuell |
Druck-/Zugknopf |
Hebel |
 |
4/3-Wegeventil im Original
| Bj. 2000
/ 2001 |
MB - Silotransporter |
Bilder
März 2006 |
*
Zylinder
Zylinder sind Antriebsglieder, die hydraulische Leistung
in mechanische Leistung wandeln. Sie erzeugen geradlinige Bewegungen
durch den Druck auf die Fläche des beweglichen Kolbens.
Man unterscheidet:
- Einfachwirkende Zylinder
Der Flüssigkeitsdruck auf den Kolben wirkt nur auf die Kolbenseite.
Das bedeutet, dass die Antriebsbewegung nur in einer Richtung
erfolgt. Der Rückhub des Kolbens erfolgt durch eine äußere
Kraft oder durch eine Feder.
- Doppeltwirkende Zylinder
Der Flüssigkeitsdruck auf den Kolben wirkt wahlweise in
der einen oder der anderen Richtung. Das bedeutet, dass
Antriebsbewegungen in zwei Richtungen erfolgen.
Symbole der unterschiedlichen Zylinder
einfachwirkender Zylinder
Rückstellung durch äußere Kraft |
einfachwirkender Zylinder
mit Federrückstellung |
doppeltwirkender Zylinder
mit einfacher Kolbenstange |
 |
| einfachwirkender
Teleskopzylinder |
doppeltwirkender
Teleskopzylinder |
 |
Doppeltwirkender Zylinder mit einfacher Kolbenstange im Original
|

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| Bj. 2000
/ 2001 |
MB - Silotransporter |
Bild März
2006 |
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Schlauchführung
Symbolische Darstellung der Schlauchführung mit Servo zur
Ansteuerung des Wegeventils und Druckfilter (Filter sitzt in
Flussrichtung hinter der Pumpe)

Schematische Darstellung der Schlauchführung

P = Druckanschluss
T = Tank- / Rücklaufanschluss
A = Arbeitsanschluss
B = Arbeitsanschluss
Schlauchführung im Original
|

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| Bj. 2000
/ 2001 |
MB - Silotransporter |
Bild März
2006 |
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Darauf ist zu achten (noch in Bearbeitung)
Erstellt am: 22.11.2007
Letzte Aktualisierung: 22.12.2007
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