*
Die Funkfernsteuerung
Fernsteuerungsanlagen bestehen grundsätzlich aus:
- Sender
- Empfänger
- einem oder mehreren Servomotoren (Servos), je nach Anlage
- Schalterkabel
- Batteriebox für Empfänger
- Erweiterungsmodulen (optional, nicht im Lieferumfang)
Auf diese und andere Komponenten soll im Folgenden eingegangen
werden.
*
Das duale Zahlensystem
Zu Beginn soll zum besseren Verständnis der später folgenden
Erklärungen kurz das duale Zahlensystem, auch Binär-System genannt,
erklärt werden.
Wir sind heutzutage gewohnt, mit dem dezimalen Zahlensystem
mit 10 Ziffern mit den Zahlen 0 bis 9 mit der Basis 10 zu zählen
und zu rechnen.
Unsere heutigen (digitalen) Computer verstehen jedoch nur die
beiden Signalzu-
stände "0" und "1" (Spannung nicht vorhanden oder Spannung vorhanden).
Und so wird dort das duale Zahlensystem mit der Basis 2 verwendet.
Ein Vergleich:
| das dezimale
Zahlensystem |
das duale
Zahlensystem |
|

|
Wie beim dezimalen Zahlensystem hat auch das duale Zahlensystem
für jede Stelle der dargestellten Zahl eine bestimmte Wertigkeit.
| Bit |
|
|
Wertigkeit des Bits |
darstellbare Zahlen |
| 1 |
20 |
|
= |
1 |
|
0 - 1 |
| 2 |
21 |
|
= |
2 |
|
0 - 3 |
| 3 |
22 |
= 2 · 2 |
= |
4 |
|
0 - 7 |
| 4 |
23 |
= 2 · 2 · 2 |
= |
8 |
|
0 - 15 |
| 5 |
24 |
= 2 · 2 · 2 · 2 |
= |
16 |
|
0 - 31 |
| 6 |
25 |
= 2 · 2 · 2 · 2 · 2 |
= |
32 |
|
0 - 63 |
| 7 |
26 |
= 2 · 2 · 2 · 2 · 2
· 2 |
= |
64 |
|
0 - 127 |
| 8 |
27 |
= 2 · 2 · 2 · 2 · 2
· 2 · 2 |
= |
128 |
|
0 - 255 |
Mit n Bit lassen sich 2n verschiedene Zahlen darstellen
- und zwar die Zahlen von 0 bis 2n - 1.
Man kann also mit 4 Bit (24 = 2 · 2 · 2 · 2 = 16)
insgesamt 16 Zahlen (die Zahlen von 0 bis 15) darstellen (siehe
auch folgendes Bild).

Außerdem wurde folgendes festgelegt:
| 1 Byte |
|
|
= |
8 Bit
|
|
| 1 Kilobyte |
(KB) |
= 210 Byte |
= |
1.024
Byte |
|
| 1 Megabyte |
(MB) |
= 220 Byte |
= |
1.048.576
Byte |
|
| 1 Gigabyte |
(GB) |
= 230 Byte |
= |
1.073.741.824
Byte |
|
| 1 Terabyte |
(TB) |
= 240 Byte |
|
|
|
*
Die Modulationsverfahren im Überblick
Es werden bei pulsförmigen Trägern folgende Modulationsverfahren
unterschie-
den:
- Digitales Modulationssignal
- Pulscodemodulation PCM
(englisch: Pulse-Code-Modulation)
- Analoge Modulationssignale
- Pulsamplitudenmodulation PAM
(englisch: Pulse-Amplitude-Modulation)
- Pulsweitenmodulation PWM
(englisch: Pulse-Width-Modulation)
auch bekannt unter
Pulsdauermodulation PDM
(englisch: Pulse-Duration-Modulation)
sowie
Pulsbreitenmodulation PBM
- Pulsphasenmodulation PPM
(englisch: Pulse-Phase-Modulation)
auch
Pulspositionsmodulation oder
Pulspausenmodulation genannt
Ein Überblick über die unterschiedlichen Modulationsverfahren
(allgemein):

*
Die Pulscodemodulation (PCM)
Der erste Schritt zur Pulscodemodulation PCM (englisch:
Pulse-Code-Modulation) ist der, dass
das analoge Signal periodisch (in zeitgleichen Abständen) abge-
tastet werden muss. Dabei wird der jeweilige analoge Signalwert
eines Abtast-
zeitpunktes ermittelt und ausgegeben. Es entsteht
ein pulsamplitudenmoduliertes Signal (Pulsamplitudenmodulation
PAM [englisch: Pulse-Amplitude-Modulation]).
Dieses Signal wird dann einem A/D(analog/digital)-Wandler zugeführt.
Die Auf-
gabe eines AD-Umsetzers besteht darin, eine Eingangsspannung
in eine dazu proportionale binäre Zahl umzuwandeln. Dort werden
die Amplitudenwerte in eine begrenzte Zahl von Quantisierungsstufen
(= Samplingtiefe; im folgenden Bildbei-
spiel = 3 Bit) eingeteilt. Aus jedem quantisierten Abtastwert
wird ein Codewort berechnet, das die Amplitudeninformation beinhaltet.
Aus der zeitlichen Folge der Codeworte wird ein Digitalsignal
erzeugt. Die Anzahl der möglichen Quantisie-
rungsstufen n ergibt sich aus der Anzahl z der Bits,
die ein Codewort hat
(n = 2z). Aus wirtschaftlichen Gründen wird
die Anzahl der Quantisierungsstufen auf ein Maß beschränkt,
das für eine gute Übertragung notwendig ist.
Im Modellbaubereich werden 256 oder 1024 Stufen (entsprechend
8 oder 10 Bit) gewählt.
Im folgenden Bild sind links die Amplitudenklassen dezimal
und binär aufgetragen.
Im unteren Bereich der Abbildung sieht man das entstehende
PCM-Signal, wel-
ches der binären Amplitudenklasse entspricht.

| mit: |
|
| T |
das Abtastintervall der Abtastfrequenz
f -1 = T folgt aus f = 1 / T |
| TBit |
die Übertragungsdauer von einem Bit |
Im Bild ergibt sich für das analoge Signal folgende Bitfolge:
000 - 010 - 100 - 101 - 100 - 011 - 101 -
111
Aus dem Bild ist zu erkennen, dass die Anzahl der Quantisierungsstufen
(im Bei-
spiel 3 Bit; n = 23 = 8 unterschiedliche Amplitudenwerte,
entsprechend den Wer-
ten 0 bis 7) sowie die Abtastfrequenz sehr niedrig sind. Daraus
ergibt sich eine recht grobe Abtastung des analogen Signals.
Je größer die Anzahl der Quantisie-
rungsstufen und je höher die Abtastfrequenz desto besser und
feiner wird das analoge Signal durch das digitale Signal wiedergegeben.
*
Die Pulsweitenmodulation (PWM)
Die meisten Fernsteuerungen arbeiten mit der Pulsweitenmodulation
PWM (eng-
lisch: Pulse-Width-Modulation) auch
Pulslängenmodulation genannt. Sie ist auch unter den Namen Pulsdauermodulation
PDM (englisch: Pulse-Duration-Modula-
tion) sowie Pulsbreitenmodulation PBM bekannt.
Bei der Pulsweitenmodulation wird die Pulsbreite oder Pulsdauer
proportional zum Quellsignalwert verändert. Die Amplitude der
Impulse bleibt dabei konstant.
Die Pulsweitenmodulation allgemein:

Die Impulsbreite überträgt im Modellbaubereich die Steuerfunktion
(z.B. die Stel-
lung des Steuerknüppels) proportional an das Modell und die
entsprechende Kom-
ponente (z.B. Motor, Servo). Sie variiert heute meistens im
Bereich von 1,5ms ± 0,5ms. Im zu steuernden Modell entsprechen
zum Beispiel 1,0ms "100% Rück-
wärts", 1,5ms "Neutralstellung / Stopp" und 2,0ms "100% Vorwärts"
oder umge-
kehrt. Die Werte variieren aber je nach Hersteller und Typ leicht.
Die Pulsweitenmodulation hinter dem Empfänger (z.B. am Fahrtregler):

*
Die Pulsphasenmodulation (PPM)
Die Pulsphasenmodulation PPM (englisch: Pulse-Phase-Modulation),
auch Puls-
positionsmodulation oder Pulspausenmodulation genannt, entsteht
aus der Puls-
weitenmodulation PWM, indem nur die sich verändernde
(abfallende, 1 => 0) Flanke durch einen schmalen Impuls übertragen
wird. Denn nur sie enthält die Information. Damit wird also
nur die zeitlichen Positionen der Pulse in der Pulsfol-
ge entsprechend dem Quellsignalwert verändert. Der Takt- oder
Sychronisations-
impuls wird nicht jedes Mal, sondern nur in größeren Abständen
zur Synchronisa-
tion des Empfängers übertragen.

*
Der ferngesteuerte Schalter
Der elektronische Schalter ist eine elektronische Komponente,
die an den Em-
pfänger angeschlossen wird. Sie vergleicht die Länge des eingehenden
Kanalim-
pulses mit einem internen (teilweise einstellbar - dadurch
kann ausgewählt werden, ob eine Änderung des Schaltzustandes
bei einem kürzerem oder einem längerem Impuls ausgelöst werden
soll) Vergleichswert von 1,5ms. Ist der Kanal-
impuls länger als 1,5ms, dann wird der Ausgang eingeschaltet.
Beträgt die Länge des Kanalimpulses weniger als 1,5ms, wird
der Ausgang wieder ausgeschaltet.

*
Der Sender
Der Sender hat folgende Aufgaben:
- lesen der analogen (Proportionalkanäle)
und digitalen Eingänge (z.B. Taster oder Schalter) und der
gewählten Adresse
- zusammenstellen eines Datenpakets (PPM-Signal)
aus den obigen Informa-
tionen
- Bildung des HF(Hochfrequenz)-Signals (FM)
- senden der Daten
Vereinfachte Darstellung der Signalbildung im Sender:

Die Stellung der Kreuzknüppel oder Regler werden durch Potentiometer
abgenom-
men, in ein PPM-Signal kodiert und in der HF-Stufe auf
die Sendefrequenz modu-
liert (z.B. 40MHz).
Sender und Empfänger müssen unbedingt zusammenpassen. Sie
müssen nämlich beide nicht nur auf derselben HF-Frequenz (z.B.
40MHz) sondern auch mit dem-
selben Verfahren zur Informationsübertragung (PPM /
PCM) arbeiten.
Die Mindestausstattung eines Senders besteht aus einem Proportionalkanal
(Prop-Kanal) für die Steuerung der Geschwindigkeit (vorwärts
/ rückwärts; verti-
kal) und einem weiteren Prop-Kanal für die Lenkung (links /
rechts; horizontal), die mit einem der zwei vorhandenen Kreuzknüppel
realisiert werden kann. Die Be-
wegung eines Steuerknüppels (welcher durch ein Poti realisiert
ist), der einem bestimmten Kanal zugeordnet ist, bewirkt eine
proportionale Bewegung des dazu gehörigen Stellgliedes (z.B.
Motor oder Servo) im Modell.
Die Sender verfügen aber meistens noch über weitere Bedienelemente
wie Schal-
ter, Anzeigen und Schieberegler. Viele sind auch modular aufgebaut,
damit zu-
sätzliche Module mit weiteren Funktionen eingebaut werden können.
Fernsteuerungen gibt es mit mehr oder weniger vielen Steuerungskanälen
(nicht zu verwechseln mit den Frequenz-Kanälen, die im Hochfrequenzbereich
[HF-Be-
reich] liegen), die die mögliche Anzahl der Steuerungsfunktionen
einer Fernsteue-
rung angeben. Einige Hersteller definieren aber jede Anschlussmöglichkeit
als zwei Funktionen (acht Kanäle = 16 Funktionen). Die beste
Orientierung gibt da-
her die Anzahl der Steckanschlüsse am Empfänger.
Ich habe meine Kanäle für die Steuerung meines Silotransporters
z.B. wie folgt belegt:
|
Kanal
|
Beschreibung |
| 1 |
Lenkservo Kreuzknüppel, links
/ rechts |
| 2 |
Servo, Wegeventil für Zylinder
zum Einklinken Silo |
| 3 |
Fahrtregler Kreuzknüppel, vorwärts
/ rückwärts |
| 4 |
Servo, Wegeventil für Zylinder
Aufnahmerahmen Silo |
| 5 |
Multiswitch mit 13 Schaltsignalen
Fahrlicht, Arbeitsscheinwerfer, Rundumlicht, Rauchgenerator (als
Pannensimulation), Pumpe Hydraulik, Kühlergrillbeleuchtung |
| 6 |
Blinker, Warnblinker |
| 7 |
Servo, Stützen |
| 8 |
Soundmodul |
Nachdem die Elektronik die Position der Knüppel, Steller
und Schalter im Sender ausgewertet hat, wird ein so genannter
PPM-Frame (Frame = Rahmen) erzeugt. Ein kompletter
PPM-Frame hat eine Länge von ca. 22,5ms und setzt sich aus
einem langen Startpuls und 8 Kanalinformationen (Impulsen) zusammen.
Die 8 Impulse stehen für die 8 Fernsteuerkanäle K1 ... K8, die
eine normale Fernsteue-
rung maximal unterstützt. Die Pulslänge der Kanalinformation
entspricht dabei z.B. der Knüppelstellung. Auf jeden H(High
= 1)-Impuls folgt eine Low-Phase (Low = 0). Die Dauer dieser
Low-Phase beträgt je nach Hersteller und Typ zwischen 0,2ms
und 0,6ms. Die 1ms-2ms Pulse bestehen also in dem unten folgenden
Beispiel tatsächlich aus einer 0,7ms - 1,7ms High-Phase und
einer 0,3ms Low-Phase. Acht solcher High/Low-Pulse werden nun
aneinander gereiht (serielle Signale) und mit einem überlangen
Startpuls bis auf die Frame-Länge von ca. 22,5 ms ergänzt. Der
Startpuls kann also zwischen 22,5 - 8 · 2 = 6,5ms und 22,5 -
8 · 1 = 14,5ms variieren. Er ist damit also deutlich länger,
als je ein Kanalimpuls sein könnte. Der Startpuls in der folgenden
Abbildung hat eine Länge von 10ms. Das entstehende Impulstelegramm
wird zyklisch - dann aber womög-
lich schon mit geänderten Werten - wiederholt. Der Startpuls
zwischen zwei auf-
einander folgenden Impulsgruppen dient später im Empfänger zur
Synchronisa-
tion.
Die folgende Abbildung zeigt den kompletten PPM-Frame
des Senders:

In der Abbildung weisen die Kanäle folgende Werte auf:
- Kanal 1: 1,7ms + 0,3ms = 2,0ms
=>
entspricht z.B. Kreuzknüppel Vollausschlag vorn = 100% Vorwärts
- Kanal 2: 1,2ms + 0,3ms = 1,5ms =>
entspricht z.B. Kreuzknüppel Mitte / Neutralstellung = Stopp
/ Stillstand
- Kanal 3: 0,7ms + 0,3ms = 1,0ms =>
entspricht z.B. Kreuzknüppel Vollausschlag hinten = 100%
Rückwärts
- usw.
Vergleich der unterschiedlichen Signale und deren Zusammensetzung
an unter-
schiedlichen Stellen des Senders und Empfängers:

Das folgende Bild zeigt das ausgehende (invertierte) PPM-Signal
des Senders:

Die ersten 4 Kanäle (K1 ... K4) sind meistens den beiden
Kreuzknüppeln der Fern-
steuerung zugeordnet. Die Knüppelmittelstellung entspricht dabei
einer Impuls-
länge von 1,5ms. Die übrigen 4 Kanäle werden meistens für Schaltfunktionen
be-
nutzt. Impulslängen unter 1,5ms entsprechen "AUS", Impulse über
1,5ms ent-
sprechen "EIN" (siehe oben "Der ferngesteuerte Schalter"). Prinzipiell
sind aber alle Kanäle gleichwertig.
Die Signalfolge wird dann zum Schluss auf ein Hochfrequenzsignal
(FM) moduliert, an den Empfänger gesendet und später im Empfänger
zurückgewonnen.
*
Der Empfänger
Der Empfänger dient dem Empfang der vom Sender ausgesendeten
Signale, be-
reitet diese auf und verteilt diese Signale über dreipolige
Steckbuchsen (siehe unten) an die entsprechenden Komponenten
wie Fahrtregler, Servos oder andere Komponenten.
Der Empfänger benötigt ein zur Senderfrequenz (Senderquarz)
passenden Em-
pfängerquarz.
Der Sender hat folgende Aufgaben:
- empfangen der Daten
- Demodulation des HF-Signals (FM)
- überprüfen der Adresse, Decodierung (umrechnen) der
Daten, um die ein-
zelnen Steuerfunktionen zu trennen und über separate elektrische
Ausgän-
ge an die entsprechenden Komponenten weiterzuleiten und
Zuordnung der Kanäle
- erzeugen der PWM für den Fahrtregler (Fahrmotor)
- erzeugen der Signale für die Servo-Ausgänge und andere
Komponenten
Das folgende Bild zeigt die vereinfachte Darstellung der
Demodulation des einge-
henden HF-Signals (FM) und die Decodierung des PPM-Signals
in die von den Komponenten benötigten PWM-Signale, bei
der der Decoder ein einfaches Schie-
beregister ist. Dabei wird die oben beschriebene Impulsgruppe
(PPM-Signal, se-
rielle Signale) decodiert und die dabei entstehenden 8 Kanalimpulse
nun auf 8 se-
parate Ausgänge (PWM-Signale, parallele Signale) verteilt.
Jeder Ausgang ent-
hält also ein Signal, das einmal in 20ms einen Impuls von 1ms
bis 2ms Länge führt. Die Kanalimpulse werden nacheinander erzeugt.
Bei Anlagen mit PCM kön-
nen dagegen auch mehrere Ausgänge des Decoders gleichzeitig
Pulse führen.

Die PPM-Decodierung im Detail am Beispiel der ersten
drei Kanäle:

Der jeweilige Ausgangsimpuls wird durch eine LH(Low-High;
0 => 1)-Flanke des PPM-Signals gestartet und durch die
nächste LH-Flanke wieder beendet. Der jeweilige Ausgangsimpuls
ist somit ein High-Impuls, dessen Länge der Gesamtlän-
ge des zugehörigen Eingangsimpulses (High- + Low-Teil) entspricht.
Um den Empfänger vor Vibrationen und Stößen zu schützen,
kann man ihn z.B. in Schaumstoff wickeln oder auf Gummiplatten
befestigen.
Die Antenne sollte möglichst weit weg von der restlichen Elektrik
und Elektronik verlegt werden, damit es auch auf längeren Sendedistanzen
keine Störungen des Empfangs gibt.
Es ist immer darauf zu achten, dass die Einstellung der Modulation
(PPM / PCM) des Senders und des Empfängers übereinstimmen.
*
Blockschaltbild
Hier nun eine grobe Übersicht, welche Komponenten in einem
Modell verbaut werden können. Es wurde dabei von einem Empfänger
mit acht Kanälen ausge-
gangen.

Die gestrichelten Linien / Leitungen zeigen mögliche Ausbauvarianten.
Es ver-
steht sich aber von selbst, dass nicht alle Kombinationen z.B.
wegen nicht aus-
reichender Anzahl von Prop-Kanälen möglich oder wegen Überschneidungen
von Funktionen der einzelnen Module (z.B. Fahrtregler mit Multiswitch
und Lichtanla-
ge + Erweiterungsmodul "Licht-Elektronik") wenig sinnvoll sind.
Siehe auch unten "Erweiterungsmodule".
*
Vergleich der unterschiedlichen Stecker
Die Ausgangsstecker des Empfängers besitzen neben dem Signal
/ Impuls-Pin noch jeweils einen Minus-Pin (-) und ein Betriebsspannungs-Pin
(+).
Auch wenn jeder Hersteller seine eigenen Steckverbinder benutzt,
sind die elek-
trischen Funktionen immer gleich.
Die Bezeichnung "Buchse" oder "Stecker" bezieht sich immer auf
den elektrischen Kontakt und nicht auf die Bauform des Gehäuses.
JR (Japan Radio) / Graupner
Anschlussbelegung
Buchse |
Anschlussbelegung
Stecker |
Farbcode |
|

|

|
Minus = Braun
Plus = Rot
Impuls = Orange |
Futaba / Robbe
Anschlussbelegung
Buchse |
Anschlussbelegung
Stecker |
Farbcode |
|

|

|
Impuls = Weiß
Plus = Rot
Minus = Schwarz |
Robbe alt
Anschlussbelegung
Buchse |
Anschlussbelegung
Stecker |
Farbcode |
|

|

|
Impuls = Weiß
Plus = Rot
Minus = Schwarz |
Früher verwendete Robbe die im oberen Bild (Robbe alt) dargestellten
Servostek-
ker. Seit Robbe auf Futaba-Technik setzt, werden von Robbe nur
noch Futaba-
Stecksysteme vertrieben.
Da Graupner und Futaba fast gleiche Buchsenabstände, Stiftdurchmesser
und Anschlussbelegungen verwenden, werden häufig Empfänger mit
so genannten UNI-Steckern angeboten, auf die beide Servostecker
passen. Allerdings ist hier-
bei eine Verpolung möglich. Das bedeutet, dass "Minus" und "Impuls"
sehr leicht vertauscht werden können!
Multiplex (MPX)
Anschlussbelegung
Buchse |
Anschlussbelegung
Stecker |
Farbcode |
|

|

|
Impuls = Gelb
Minus = Schwarz
Plus = Rot |
Conrad
Anschlussbelegung
Buchse |
Anschlussbelegung
Stecker |
Farbcode |
|

|

|
Impuls = Gelb
Plus = Rot
Minus = Schwarz |
*
Der Fahrtregler
Ein Fahrtregler wird benötigt, um das PWM-Steuersignal,
das er vom Empfänger erhält, in ein entsprechend leistungsstarkes
Signal für die Ansteuerung des Motors umzuwandeln, da ein Motor
nicht direkt an einen Empfänger angeschlos-
sen werden kann. Mit diesem Signal steuert er dann die Geschwindigkeit
und Drehrichtung des Antriebsmotors.
Hierbei gibt es folgendes zu berücksichtigen:
- Art des anzusteuernden Motors
(mit Bürsten oder bürstenlos)
- Akkuspannung
- Betriebsspannung des Motors
- Stromaufnahme des Motors
- Turns (Anzahl der Wicklungen) des Motors
- Rückwärtsfunktion
- abschaltbare Bremsfunktion
Die heutigen Fahrtregler stellen auch die Betriebsspannung
(eingebauter Span-
nungsregler) für den Empfänger und die daran angeschlossenen
Servos zur Ver-
fügung , sodass eine separate Empfängerbatterie entfallen kann
(siehe unten "Das BEC-System").
Es gibt im Modellbau zwei unterschiedliche Verfahren, um
eine Steuerung des Antriebsmotors zu ermöglichen. Diese Verfahren
sind als mechanische und elektronische Fahrtregler
bekannt.
Der früher eingesetzte mechanische Fahrtregler enthält
einen durch ein Servo veränderbaren niederohmigen Spannungsteiler,
welcher die Versorgungsspannung vor dem Motor unterteilt. Dabei
gilt - je größer der Anteil des Motors an der Ver-
sorgungsspannung ist, desto mehr Leistung steht dem Motor zu
Verfügung. Der Nachteil dieses Verfahrens liegt im "Verlust"
(Energie kann nicht verloren gehen -
sie wird nur in eine andere Energieform z.B. Wärme umgewandelt)
der restlichen Versorgungsspannung, die im Spannungsteiler in
Wärme umgewandelt wird. Das führt dazu, dass der Akku schneller
leer wird.
Prinzipschaltbild des Spannungsteilers mit Motor:

| |
R1 = R2
=> R2 / (R1 + R2)
= 50% |
R2 / (R1 + R2)
= 25% |
Bei einer angenommenen Versorgungsspannung von 12V ergibt
sich mit den Formeln
im ersten Fall (R2 / (R1 + R2)
= 50%) über dem Motor eine Spannung von 6V -
im zweiten Fall (R2 / (R1 + R2)
= 25%) eine von 3V.
Mechanische Fahrtregler werden heute nur noch sehr selten eingesetzt,
auch wenn sie sehr günstig sind.
Im heutigen Modellbau wird hauptsächlich der elektronische
Fahrtregler einge-
setzt. Seine Aufgabe ist es, die Motordrehzahl über die Änderung
der Knüppel-
stellung zu steuern. Dabei möchte man gewöhnlich "STOPP" bei
der Mittelstellung des Steuerknüppels haben und beim Vorschieben
des Knüppels einen langsamen Motorlauf bis zur Enddrehzahl bei
voll vorgeschobenem Knüppel. Rückwärts ist eine entsprechende
Bewegung des Steuerknüppels notwendig.
Die Aufgabe des Fahrtreglers ist es, aus dem PWM-Steuersignal
des Empfängers ein entsprechendes Motorsignal zu generieren
und die erforderliche Leistung zur Verfügung zu stellen. Er
pulst die Versorgungsspannung mit einer festen Fre-
quenz (etwa 10-100 pro Sekunde, je nach Hersteller und Typ)
aber mit einem variablen Tastverhältnis. Dabei wird dem Motor
in schnellem Takt kurzzeitig die volle Versorgungsspannung zur
Verfügung gestellt. Ist die Einschaltphase kurz, dreht der Motor
langsam und wird mit zunehmender Einschaltphase schneller. Durch
die Trägheit des Motors wird die Wirkung der Spannungsimpulse
über die Zeit gemittelt. Der Vorteil liegt darin, dass man sich
ein Servo spart, der Akku nicht so schnell leer wird und man
somit länger Spaß am Fahren hat. Siehe auch unten unter "Ansteuerung
von Gleichstrommotoren mit der PWM".
Der elektronische Fahrtregler bietet eine stufenlose Fahrtregelung
für beide Drehrichtungen des Motors.
Der Begriff Fahrtregler ist irreführend, da
es sich dabei nicht um einen echten "Regler" handelt. Bei einem
echten Regler wird ein Sollwert z.B. an einen Motor ausgegeben
und von dem Motor oder einem Messgerät ein gemessener Istwert
an den Regler zurückgegeben. Mit dieser Information wird von
einem echten Regler ein so genannter Soll- / Istwertvergleich
durchführt, gegebenenfalls ein neuer Sollwert gebildet und dieser
an den Motor ausgegeben.
Der Fahrtregler steuert vielmehr den Motor. Er
wird auch schon mal als Dreh-
zahlsteller bezeichnet.
Fahrtregler, verwendeter Motor und die Stromquelle müssen
unbedingt aufeinan-
der abgestimmt sein. Jeder Fahrtregler hat eine maximale Spannung
(in V = Volt), die von der Akkuspannung nicht überschritten
werden darf. Außerdem darf der Motor während des Betriebs nicht
mehr Strom (in A = Ampere) ziehen, als der Fahrtregler dauerhaft
liefern kann. Ansonsten wird der Regler zu heiß, schaltet ab
oder wird sogar zerstört.
Fahrtregler unterscheidet man hauptsächlich anhand der zulässigen
Strombe-
lastung, die sie schalten können. Auch sind die Turns (Anzahl
der Wicklungen) des Motors zu berücksichtigen. Das Limit gängiger
Fahrtregler liegt zwischen ca. 5 und 18 Turns und darf vom Motor
nicht unterschritten werden.
Einige der heutigen Fahrtregler verfügen nicht nur über reine
Fahrtreglereigen-
schaften. Sie beinhalten teilweise auch weitere Funktionen wie
Multiswitch und Lichtanlage wie z.B. der Fahrtregler M20T der
Fa. Servonaut.
Das BEC-System
In heutigen Fahrtreglern ist ein BEC-System (Battery
Eleminator Circuit) mit ent-
sprechendem Stecker integriert. Es dient der 5V-Stromversorgung
(stabilisiert) des Empfängers und man erspart sich damit einen
separaten Akku für den Em-
pfänger. Die Auswahl dieses BEC-Systems hängt von der Anzahl
und dem Leistungsbedarf der angeschlossenen Servos und der anderen
Verbraucher ab. Darum sollte es über eine Belastbarkeit von
2A verfügen - besser noch 3A. Damit steht einem späteren Ausbau
des Modells nichts im Weg.
Daneben gibt es noch die so genannten externen BECs, die oft
verwendet wer-
den, wenn der Fahrtregler über kein BEC-System verfügt, die
Spannung des Ak-
kus für das BEC des Fahrtreglers zu hoch ist oder die Leistung
des Fahrtregler-
BECs für die mögliche Belastung nicht ausreicht.
Anschlussbelegung
Buchse |
Anschlussbelegung
Stecker |
Farbcode |
|

|

|
Minus = Schwarz
Plus = Rot |
*
Der Elektromotor
Der Elektromotor wird als elektromechanischer Wandler bezeichnet.
Er wandelt elektrische Energie, die er vom Fahrtregler erhält,
in mechanische Energie um und wird für die Bewegung des Modells
benötigt. Er wird aber auch da eingesetzt, wo eine Drehbewegung
(z.B. Silotrommel, Kräne) realisiert werden soll.
Im Modellbau werden in erster Linie Gleichstrom-Motoren (DC-Motoren)
im Span-
nungsbereich von 6V bis 12V verwendet.
*
Auswahlkriterien des Elektromotors
Hier sollen die verschiedenen Auswahlkriterien kurz
vorgestellt werden.
Bauart (Standard oder Brushless)
Im Gegensatz zu den Standardmotoren weisen die Brushless-Motoren
eine höhe-
re Leistungsdichte (Leistung zu Gewicht, besserer Wirkungsgrad)
auf. Es sind wesentlich höhere Spitzenleistungen bei gleicher
oder kleinerer Baugröße möglich und sie sind nahezu wartungsfrei
(bis auf die Lager), weil sie eben keine Bürsten haben. Es ist
dabei aber zu bedenken, dass für diesen Motortyp ein entspre-
chender Fahrtregler benötigt wird, der diesen Motor auch ansteuern
kann.
Spannung
Die Spannung des Motors richtet sich in erster Linie nach der
Spannung des Ak-
kus und der Arbeitsspannung, mit der der Motor (siehe dazu auch
die Datenblatt des Fahrtreglers) betrieben werden soll.
Drehzahl
Die Drehzahl ist nur im begrenzten Maß von Interesse, da ja
hinter den Motor so-
wieso noch ein Getriebe (so genanntes Vorsatzgetriebe) geschaltet
wird. Außer, wenn man sich gleich ein Getriebe mit fest angeflanschtem
Motor (Getriebemo-
tor) mit entsprechender Untersetzung kauft. Also besser ein
höheres Drehmo-
ment als eine hohe Drehzahl - was will man schon mit einer Drehzahl
von 17.000 Umdrehungen pro Minute wirklich anfangen?
Turns
Je mehr Turns (Anzahl der Wicklungen) ein Motor hat, desto geringer
ist seine Stromaufnahme und desto niedriger seine Drehzahl.
Je weniger Turns ein Motor hat, desto größer ist die Stromaufnahme
und desto höher ist die Drehzahl. Je geringer also die Anzahl
der Turns, desto größer ist natürlich die Belastung des Fahrtreglers
- dessen Limit darf nicht unterschritten werden.
Nennstrom
Beim Nennstrom ist zu beachten, dass der Akku und der Fahrtregler
(siehe dazu auch dessen Datenblatt) auf jeden Fall in der Lage
sein müssen, diesen auch zu liefern.
Leistung
Die mechanische Leistung eines Motors berechnet sich wie folgt:

| mit: |
| P |
= |
Leistung |
in Nm/s |
oder W |
|
| M |
= |
Drehmoment |
in Nm |
|
|
| n |
= |
Drehzahl |
in 1/s |
|
|
Die elektrische Leistung eines Motors berechnet sich wie
folgt:

| mit: |
| P |
= |
Leistung |
in W |
Watt |
|
| U |
= |
Spannung |
in V |
Volt |
|
| I |
= |
Strom |
in A |
Ampere |
|
Von der eingespeisten elektrischen Leistung werden aber nur
ca. 65% bis 90% (je nach Motortyp) in mechanische Leistung umgewandelt.
Das Verhältnis der abgegebene Leistung (Pab) zur
zugeführte Leistung (Pzu) nennt man auch den Wirkungsgrad
(η) des Motors.

| mit: |
| η |
= |
Wirkungsgrad |
in % |
Prozent |
|
| Pab |
= |
abgegebene Leistung |
in W |
Watt |
|
| Pzu |
= |
zugeführte Leistung |
in W |
Watt |
|
Die Differenz zwischen aufgenommener elektrischer Leistung
und abgegebener mechanischer Leistung nennt man Verlustleistung
oder Motorverluste. Diese Motorverluste gehen dem System in
Form von Abwärme unter anderem durch Reibungsverluste (z.B.
im Lager), Eisenverluste, Stromwärmeverluste und Über-
gangsverluste an den Bürsten "verloren" (Energie kann nicht
verloren gehen - sie wird nur in eine andere Energieform z.B.
Wärme umgewandelt).

Ein Beispiel mit Motordaten eines Herstellers:
| Nennspannung |
UN |
= |
12V |
|
| Arbeitsspannung |
UA |
= |
3V - 12V |
|
| Leerlaufdrehzahl |
n0 |
= |
19.800 Umdrehungen pro
min |
= 19.800/60s |
| Leerlaufstrom |
I0 |
= |
2A |
|
| Anlaufstrom |
IA |
|
|
|
| Anlaufmoment |
MA |
|
|
|
| Nenndrehzahl |
nN |
= |
17.000 Umdrehungen pro
min |
= 17.000/60s |
| Nennstrom |
IN |
= |
11,5A |
|
| Nennaufnahmeleistung |
P1N |
= |
|
|
| Nennabgabeleistung |
P2N |
= |
85W |
|
| Drehmoment |
MN |
= |
5Ncm |
= 0,05Nm |
| Nennwirkungsgrad |
ηN |
= |
64,5% |
|
Berechnung:
P2N = Pmechanisch =
MN · 2 · π · nN = 0,05Nm · 2 · 3,1416
· 17.000/60s =
= 89,01Nm/s = 89,01W
P1N = Pelektrisch =
UN · IN = 12V x 11,5A = 138W
Pmechanisch = Pelektrisch
· ηN = 138W · 64,5/100 = 89,01W
Die Angeben des Herstellers passen also überein.
Bürsten
Wichtig ist auch die Bauart der Bürsten. Bei preiswerten
Motoren sind es schlich-
te Metallschleifer - bei den teureren Modellen aufwendige und
meist auswechsel-
bare Schleifbürsten. Bei Brushless-Motoren gibt es überhaupt
keine.
Lagerung
Bei den Elektromotoren unterscheidet man bei dem Lager zwischen
dem Sinter-
bronzelager und dem Kugellager.
Drehmoment (in Ncm *)
Die Kraft eines Motors wird durch das so genannte
Drehmoment angegeben und ist wohl mit das wichtigste
Leistungsmerkmal des Elektromotors.
Ein Elektromotor mit einem Drehmoment von z.B. 35Ncm
(Newton-Zentimeter) kann bei einem Hebel von 7,5cm (an
der Achse)= 35Ncm / 7,5cm = 4,67N ≈ 0,467kg
heben / bewegen.
Wird der Hebel auf die Hälfte (3,75cm) verkürzt, kann
man bereits 9,33N ≈ 0,933kg (also die doppelte Gewichtskraft
/ Masse) heben / bewegen.
Siehe auch unter "Grundlagen der Mechanik".
|

|
Gewicht (in g)
Je nach Größe und Ausstattung unterscheiden sich die Elektromotoren
im Ge-
wicht. Es ist immer darauf zu achten, dass das Gewicht des Modells
durch den gewählten Elektromotor nicht zu hoch wird.
Abmessung (L x B x H in mm)
Elektromotoren mit gleicher Leistung sind in verschiedenen Größen
erhältlich. Hier sollte der Elektromotor gewählt werden, welcher
sich am einfachsten verbauen lässt.
*
Ansteuerung von Gleichstrommotoren mit der PWM
Ein Gleichstrommotor lässt sich durch die Veränderung der
Betriebsspannung in der Drehzahl steuern.
Um Elektromotoren nahezu stufenlos in ihrer Drehzahl zu steuern,
wird im Modell-
bau die Pulsweitenmodulation PWM eingesetzt. Um die Drehzahl
zu erhöhen, wird die EIN-Zeit (tein oder tON)
der PWM gegenüber der AUS-Zeit (taus oder
tOFF) vergrößert. Es wird also lediglich das Verhältnis
der Ein- und Ausschaltzeit (auch Puls-Pausen-Verhältnis genannt)
pro PWM-Zykluszeit (tON + tOFF)
verändert und nicht die eigentliche Grundfrequenz der Pulsweitenmodulation.
Die entstehende Spannung wird als gepulste Gleichspannung bezeichnet.
Durch die Trägheit des Motors wird die Wirkung der Spannungsimpulse
über die Zeit gemittelt. Vorteil dieser Steuerung ist, dass
nur geringe Verluste in der Motoransteuerung auftre-
ten. In der Praxis ist die Pulsweite (tON) oft in
255 Schritten (8 Bit) und mehr steuerbar.
Die Drehrichtung des Motors kann durch die Vertauschung der
beiden Zuleitun-
gen erfolgen. In elektronischen Fahrtreglern geschieht dieses
automatisch - je nach Stellung des Kreuzknüppels im Sender.
Der Mittelwert der Spannung (ū) berechnet sich nach folgender
Formel:

Das Beispiel zeigt durchlaufend vier Beispiele mit folgenden
Werten:
|
tON
|
tOFF
|
Nennspannung UN
|
|
|
| 0% |
100% |
0% |
|
|
| 25% |
75% |
25% |
|
|
| 50% |
50% |
50% |
|
|
| 75% |
25% |
75% |
|
|
| 100% |
0% |
100% |
|
|

mit:
Taktfrequenz = 1 / t
t = tON + tOFF
Im folgenden Bild ist der zeitliche Zusammenhang zwischen
dem PWM-Steuersig-
nal (oben) und dem PWM-Signal am Motor (unten) dargestellt.

Die Pulsbreite von 1,5ms (Mittelstellung des Steuerknüppels)
entspricht dabei dem Stillstand des Motors. Die Spannung des
Rechtecksignals am Motor beträgt dabei 0V (Volt).
Wird die Impulsbreite auf ca. 2ms vergrößert (Steuerknüppel
am vorderen An-
schlag), entspricht dies der vollen Geschwindigkeit vorwärts.
Die Spannung am Motor beträgt nun 100% der Nennspannung.
Beachten Sie aber bitte immer das Datenblatt des Motor-Herstellers.
Kontrollie-
ren Sie z.B., in welchem Spannungs- und Drehzahlbereich der
Motor überhaupt betrieben werden darf!
*
Entstörung des Elektromotors
Bei Bürstenmotoren kommt es bauartbedingt durch das Schleifen
an den Kohlen zum so genannten Bürstenfeuer. Das sind elektrische
Entladungen mit sehr ho-
hen Spannungsspitzen. Das Bürstenfeuer ist die Hauptursache
für hochfrequente Störungen, die der Motor im Betrieb in das
Leitungsnetz zurückspeist und die an-
dere elektrische Verbraucher stören können. Man kann diese aber
mit Entstör-
kondensatoren herausfiltern. Dabei wird jeweils ein keramischer
22nF (bei einigen Herstellern auch bis zu 47nF) großer Kondensator
(C2, C3) zwischen Plus-An-
schluss und Motorgehäuse sowie einer zwischen Minus-Anschluss
und Gehäuse gelötet. Ein weiterer keramischer 47nF (bei einigen
Herstellern auch bis zu 100nF) Kondensator (C1) kommt zwischen
Plus- und Minus-Anschluss. Einige Motorhersteller liefern aber
oft auch schon die passenden Kondensatoren gleich mit.
Der Gleichstrom zum Motor wird von den Kondensatoren nicht
beeinflusst. Für die hochfrequenten Störungen, welche der Motor
produziert, stellen die Kondensato-
ren jedoch praktisch einen Kurzschluss (XC = 1 /
(ω · C) = 1 / (2 · π · f · C) => der Widerstand des Kondensators
geht bei hohen Frequenzen gegen 0Ω) dar und diese werden gegen
das Motorgehäuse abgeleitet bzw. zwischen den Anschluss-
polen kurzgeschlossen. Es ist wichtig, dass die Entstörkondensatoren
so dicht wie möglich an der Störquelle, also an den Motoranschlüssen
anzubringen sind. Jeder Zentimeter Leitung kann hier unter Umständen
schon als Sendeantenne wirken!

| elektrischer
Anschluss |
symbolische
Darstellung |
|

|

|
Es ist bei den kleinen Kondensatoren darauf zu achten, dass
die Beinchen nicht die Motoranschlüsse mit dem Gehäuse kurzschließen.
Dieses kann dadurch ver-
hindert werden, indem ein Schrumpfschlauch über die Beinchen
des Kondensators geschoben wird.
Die Qualität der Entstörung kann noch verbessert werden,
indem in die Zuleitun-
gen (möglichst dicht am Motor) noch je ein Ferritring (L1 und
L2 im oberen elek-
trischen Schaltplan) eingefügt wird. Dazu wird jede Leitung
4- bis 6-mal durch den Ring gefädelt. Also je einen Ring für
die Plusleitung und einer für die Minus-
leitung. Man erhält so zwei Spulen welche zusammen mit den Kondensatoren
ein Tiefpassfilter darstellen. Der Gleichstrom, mit dem der
Motor versorgt wird, wird praktisch ungehindert durchgelassen.
Für eventuelle restliche Hochfrequenzen stellen die Spulen jedoch
einen erheblichen Widerstand dar, da dieser bei Spulen mit größer
werdender Frequenz (XL = ω · L = 2 · π · f · L) zunimmt.
Dies gilt nicht für die so genannten Brushless Motoren, da
diese, bedingt durch ihre Bauart, kein Funkenfeuer verursachen.
Brushless Antriebe können allerdings nur an speziellen Fahrtreglern
betrieben werden.
Es ist aber folgendes unbedingt zu beachten:
Die beiden Kondensatoren (C2 und C3), die in der Mitte an das
Motorgehäuse angeschlossen sind, bilden einen Spannungsteiler.
Bei gleichen Werten (in nF) von C2 und C3 würde das Motorgehäuse
jetzt bei einer angenommenen kon-
stanten 12V-Spannungsversorgung auf +6V-Potential (= 50%
UN; gegen die -0V gemessen) liegen!
Je nach Ansteuerung des Motors durch die PWM (0% - 100%;
siehe oben "Ansteuerung von Gleichstrommotoren mit der PWM")
liegt der Mittel-
wert der Spannung (ū) am Motorgehäuse zwischen 0% und 50% der
Nennspan-
nung UN!
Das folgende Bild zeigt die Spannungsverhältnisse am Motorgehäuse
(unten) bei einer 100%igen und 50%igen Ansteuerung des Motors
(oben). Alle Spannungen sind gegen die -0V des Akkus gemessen.

Sehr oft wird empfohlen, das Motorgehäuse mit einer Leitung
elektrisch leitend mit dem Chassis zu verbinden, damit dieses
dann auch ein definiertes Potential hat. Aus dem eben gezeigten
Bild ist aber ersichtlich, dass dieses Potential dann wohl doch
nicht so definiert ist. Die Spannung ändert sich durch
die unter-
schiedliche Ansteuerung des Motors stetig und durch die PWM
zusätzlich noch gepulst ist.
Version 1:
- das Motorgehäuse wird elektrisch
leitend mit dem Chassis verbunden
- das Getriebe darf aus Metall sein
Ich halte es darum für besser, das Chassis auf (-) 0V des
Akkus zu legen, da dieses ein wirklich festes Potential ist.
Dabei muss aber folgendes bedacht werden:
- das Chassis wird elektrisch
leitend mit (-) 0V verbunden
- das Motorgehäuse muss
isoliert zum Chassis sein!
- das Getriebe muss
aus Kunststoff sein!
Siehe auch unten unter "IR-Sender".
*
Der Servomotor
Der Servomotor (ein so genanntes elektromechanisches Bauteil)
wandelt das elektrische Signal, welches er vom Empfänger erhält,
in eine mechanische Bewe-
gung (meist mit einem angebauten "Arm", dem so genannten Servohorn)
um.
Funktion des Servomotors
Der im Modellbau verwendete Servomotor, auch kurz Servo genannt,
kann als der kleine Bruder des Getriebemotors bezeichnet werden.
Wie sein großer Bruder besteht der Servomotor aus einem Motor,
z.B. einem kleinem Gleichstrommotor, und einem Getriebe, das
dafür sorgt, dass sich die Antriebswelle mit geringerer Geschwindigkeit
dafür aber mit wesentlich größerem Drehmoment dreht. Die wei-
teren Komponenten sind Endanschläge, über die die Welle nicht
hinweg drehen kann, ein Potentiometer, um die aktuelle Position
festzustellen und einem IC (Integrated Circuit = Integrierte
Schaltung) zur Positionssteuerung. Damit wird intern geprüft,
ob eine vorgegebene Sollposition erreicht wurde und die Verfahr-
geschwindigkeit in der Nähe der angestrebten Position geregelt.
Das Servo be-
wegt sich solange, bis Sende- und Servoimpuls gleich lang sind.
Somit ist im Ver-
gleich zum allgemeinen Gleichstrommotor keine externe Regelung
und Istwert-
rückmeldung vom Motor an eine Steuerungseinheit notwendig.
Servos besitzen neben den üblichen Anschlüssen für Plus und
Minus einen dritten Anschluss für die so genannte Steuer- oder
Signalleitung. Über diese Leitung wird dem Servo die anzufahrende
Position mitgeteilt. Dies geschieht mit dem oben angesprochenen
PWM-Signal - eine bestimmte Impulslänge steht dabei für
eine bestimmte Position. Gängige Drehwinkel sind
± 45 Grad,
± 60 Grad und
± 90 Grad.
Im Modellbau werden in erster Linie Servos im Spannungsbereich
von 4,8V bis 6V (Volt) verwendet.
Der Servomotor muss grundsätzlich unverrückbar im Modell
befestigt werden. Um ihn aber vor Vibration zu schützen, kann
man ihn auf Gummilager setzen.
*
Auswahlkriterien des Servomotors
Hier sollen die verschiedenen Auswahlkriterien kurz
vorgestellt werden.
Bauart (Standard oder Coreless)
Coreless-Motoren bieten enorm lange Lebensdauer und werden nur
in Servos mit hohem Stellmoment und / oder niedriger Stellzeit
verwendet.
Ansteuerung (analog oder digital)
Die Standard-Servos werden analog angesteuert.
Der Vorteil von Digital-Servos liegt in der höheren Stellkraft
und Haltekraft und der höheren Genauigkeit aller Funktionen.
Jedoch haben Digital-Servos einen hö-
heren Leistungsbedarf.
Lagerung
Bei den Servos unterscheidet man bei dem Lager zwischen der
Gleitlagerung und dem Kugellager. Ein Kugellager ist einer Gleitlagerung
vorzuziehen - ist aber eben auch teurer.
Getriebe
Die Zahnräder eines normalen Servo-Getriebes sind aus Kunststoff.
Soll das Servo größeren Belastungen standhalten, so empfiehlt
sich der Einsatz eines Metallgetriebes, da dies wesentlich stärker
belastet werden kann. Servos mit Metall-Getriebe sind wesentlich
schwerer aber auch teurer als die aus Kunst-
stoff.
Drehmoment (in Ncm *)
Die Kraft eines Motors wird durch das so genannte
Drehmoment angegeben und ist wohl mit das wichtigste
Leistungsmerkmal des Servos.
Ein Servomotor mit einem Drehmoment von z.B. 35Ncm (Newton-Zentimeter)
kann bei einem Hebel von 7,5cm (an der Achse)= 35Ncm
/ 7,5cm = 4,67N ≈ 0,467kg
heben / bewegen.
Wird der Hebel auf die Hälfte (3,75cm) verkürzt, kann
man bereits 9,33N ≈ 0,933kg (also die doppelte Gewichtskraft
/ Masse) heben / bewegen.
Siehe auch unter "Grundlagen der Mechanik".
|

|
Haltekraft (in Ncm *)
Unter der Haltekraft versteht man die Kraft eines Servos, die
ein Servo im nicht angesteuerten Zustand (PWM-Signal
= 1,5ms) halten kann. Dieser Wert liegt immer über dem Drehmoment
des besagten Servos, da das Servo das Gewicht ja nur halten
und nicht bewegen muss.
Um bei dem Beispiel von eben zu bleiben:
Drehmoment = 35Ncm
Haltekraft = ca. 80Ncm
Siehe ansonsten auch unter Drehmoment.
Stellzeit (in sec / 45° *)
Jedes Servo hat eine durchschnittliche Stellzeit, welche Auskunft
über die benö-
tigte Zeit zum Einnehmen der gewünschten Lenkposition gibt.
Ein paar Anhaltspunkte:
- 0,200 Sek. für 45° = Standard
- 0,150 Sek. für 45° = schnell
- 0,100 Sek. für 45° = sehr schnell
- 0,075 Sek. für 45° = extrem schnell
Gewicht (in g)
Je nach Größe und Ausstattung unterscheiden sich die Servos
im Gewicht. Es ist immer darauf zu achten, dass das Gewicht
des Modells durch die gewählten Servos nicht zu hoch wird.
Abmessung (L x B x H in mm)
Servos mit gleicher Leistung sind in verschiedenen Größen erhältlich.
Hier sollte das Servo gewählt werden, welches sich am einfachsten
verbauen lässt.
* Alle Messdaten beziehen sich auf eine meistens vorgeschriebene
Spannung.
Signalzeiten gängiger Servohersteller (Angaben ohne Gewähr)
| Hersteller |
Pulse min. |
Pulse max. |
Neutral |
Frequenz |
| Futaba |
0,90ms |
2,10ms |
1,5ms |
50Hz = 20ms |
| Graupner |
0,80ms |
2,20ms |
1,5ms |
50Hz = 20ms |
| Multiplex |
1,05ms |
2,15ms |
1,6ms |
40Hz = 25ms |
| robbe |
0,65ms |
1,95ms |
1,3ms |
50Hz = 20ms |
| simprop |
1,20ms |
2,20ms |
1,7ms |
50Hz = 20ms |
*
Ansteuerung des Servomotors
Im Servo dreht ein Gleichstrommotor über ein Getriebe die
Ausgangsachse. Auf dieser Achse sitzt ein Potentiometer, das
die Impulslänge eines Impulsgenerators steuert. Dieser Impulsgenerator
erzeugt die Generatorimpulse mit einer Länge von 1ms bis 2ms
Länge. Eine Steuerschaltung vergleicht darauf den Kanalimpuls
mit dem Generatorimpuls. Bei einer Abweichung wird der Motor
angesteuert, die Stellung des Servos nachgeführt / verändert,
damit das Potentiometer verstellt und der Generatorimpuls angepasst.

*
Erweiterungsmodule
Man kann sein Modell natürlich auch mit den unterschiedlichsten
Modulen erwei-
tern, um sie mit besonderen Funktionen aufzurüsten - sofern
es natürlich Sender und Empfänger zulassen. Denn diese müssen
über eine ausreichende Anzahl von Kanälen verfügen.
Darum hier jetzt ein paar gängige Module mit ihren möglichen
Funktionen. Es gibt eine Fülle von Herstellern bei denen man
die unterschiedlichsten Module und Schaltbausteine für den kleinen
sowie den großen Geldbeutel bekommen kann.
*
Multiswitch Modul
Der Multiswitch dient dazu, dass man mehrere Funktionen über
möglichst wenige Kanäle schalten kann. Dabei wird Senderseitig
ein Schaltermodul benötigt und das Multiswitch Modul, auch einfach
Multiswitch oder Decoder genannt, wird im Modell eingebaut.
Wer für sein Modell viele ferngesteuerte Schaltfunktionen
benötigt, kann für seine Fernsteuerung ein Mehrfach-Schaltsystem
nachrüsten. Dazu ist in den Sender ein zusätzliches Schaltermodul
einzubauen. Empfangsseitig, also im Modell, ist ein entsprechender
Decoder zu verbauen. Einfache Schaltbausteine werden ohne Schaltermodul
nur über die Steuerknüppel des Senders geschaltet. Für die Übertragung
wird ein Prop-Kanal genutzt. Pro Umlauf (also alle 20ms) wird
ein Schalterzustand übertragen. Dabei entspricht z.B. eine Pulslänge
von 1,2ms "AUS", 1,5ms "EIN" und 1,8ms "FERTIG". "FERTIG" ist
hier die Information für den Empfänger, dass alle Schalterzustände
übertragen wurden - also ein Synchroni-
sationsimpuls. Je nach Anzahl der übertragenen Schaltzustände
gibt es natürlich eine Verzögerung, denn die Schalter werden
ja seltener abgefragt.
*
Der Memoryswitch
Die normalen Standard-Schaltbausteine schalten nur so lange
durch, wie man den dazu gehörigen Taster oder Knüppel betätigt.
Dieses reicht z.B. für die Betä-
tigung der Hupe vollkommen aus. Beim so genannten Memoryswitch
(Memory-
schalter) wird hingegen bei jeder Betätigung des Tasters der
Ausgangszustand geändert. Bei der ersten Betätigung des Tasters
wird der Ausgang eingeschaltet. Danach kann der Taster wieder
losgelassen werden. Erst bei der nächsten Betä-
tigung des Tasters wird der Ausgang wieder zurückgesetzt. Der
Memoryswitch findet Anwendung bei Funktionen, die nicht nur
kurzzeitig benötigt werden, z.B. beim Fahrlicht.
Das folgenden Bild zeigt die Wirkungsweise als Zeitdiagramm
- oben das Ein-
gangssignal des Tasters im Sender und unten das entsprechende
Ausgangssignal hinter dem Memoryswitch im Modell.

Im folgenden elektrischen Stromlaufplan ist der Ablauf der
Funktion (links der Taster für das Eingangssignal und rechts
das Ausgangssignal hinter dem Memo-
ryswitch mit Lampe) entsprechend der im vorherigen Zeitdiagramm
markierten Zeitpunkte (t1 bis t5) dargestellt.

*
Die nachfolgend beschriebenen Module der
Fa. Servonaut sind als Beispiele gedacht was technisch machbar
ist.
Wie sinnvoll sie sind, muss jeder für sich selber entscheiden.
*
Das Lichtmodul
Mit einem Lichtmodul kann man sein Modell z.B. mit Blinkern,
Stand- und Fahrlicht sowie Pannenblinker erweitern.
Mögliche technische Ausstattung (am Beispiel eines Lichtmoduls
der Firma Servonaut):
- Lichtanlage mit vier Schaltausgängen
- Betriebsspannung Schaltausgänge: 4,8V bis 18V
- Betriebsspannung vom Empfänger: 4,8V bis 6V
- es wird nur ein Kanal benötigt (Schalter oder Taster
mit drei Stellungen oder Knüppel)
- vier kurzschlussfeste Schaltausgänge mit je 700mA
- die Ausgänge am Steckverbinder schalten nach Masse bzw.
zum Akku-
Minus-Pol
- es können Glühlampen oder LEDs verwendet werden
- z.B. für Blinker, Pannenblinker, Stand- und Fahrlicht
- Blinker mit wahlweise manueller oder automatischer Abschaltung
nach fünf Sekunden
Es können z.B. folgende Funktionen realisiert werden:
| vordere Beleuchtung |
hintere Beleuchtung |
| • |
Blinker links |
• |
Blinker links |
| • |
Blinker rechts |
• |
Blinker rechts |
| • |
Standlicht |
• |
Standlicht |
| • |
Abblendlicht |
• |
Rücklicht |
| • |
Fernlicht |
• |
Bremslicht |
| • |
Nebellampen |
• |
Nebelschlusslicht |
| • |
Warnblinkanlage |
• |
Warnblinkanlage |
| |
|
• |
Rückfahrscheinwerfer |
*
Die Blinkelektronik
Die Blinklichtelektronik dient der Ansteuerung von Rundumleuchten
und Lauflich-
tern.
Mögliche technische Ausstattung (am Beispiel einer Blinkelektronik
der Firma Servonaut):
- Lichteffekt-Modul mit 3 Rundumlicht-
und 5 Lauflichteffekten
- benötigt einen Empfänger-Kanal (Schalter oder Knüppel)
oder einen Ausgang eines Multiswitch
- 8 Schaltausgänge je 700mA, kurzschlussfest für 6V bis
12V
- Doppel-Rundumlicht für 2 x 4 Lampen / LEDs
- großes Rundumlicht für 8 Lampen / LEDs
- Einsatzwagen-Kombination, Rundumlicht mit Doppelblitz
und Lichthupe
*
Das Soundmodul
So gibt es auch Soundmodule mit speziellen Klängen (z.B.
Horn, Anlasser, Abstel-
len) für Truck-Modelle.
Mögliche technische Ausstattung (am Beispiel eines Soundmoduls
der Firma Servonaut):
- ein Empfängerkanal für Anlasser
und Horn erforderlich
- Betätigung von Anlasser und Fanfare wahlweise über Schalteingänge
(Multiswitch) oder einen Empfänger-Kanal
- 3 Motorgeräusche wahlweise: Actros V6, Scania V8, TGA
Reihen 6-Zylinder
- fahrsituationsabhängiger Motorklang mit Turbolader
- Turbolader, Druckluft, Warnton und Schaltgeräusche in
der Lautstärke getrennt ein- und abstellbar
- Schaltgeräusche und Warnton; Rückfahr-Warnton und bremssynchrone
Druckluft
- Zündung, Anlassen- und Abstellen, Rückfahr-Warnton
- über Bordcomputer zusätzliche Einstellmöglichkeiten
und abschaltbarer Rückfahr-Warnton
- Anlasser- und Abstellgeräusch, Luftablassen
- Truck-Horn in zwei Varianten
- umschaltbar Euro- und USA-Sound
- 4 Truck-Fanfaren, Druckluftgeräusche, Martinshorn
- mehrkanalige Wavetable-Klangsynthese
- für 7,2V bis 12V; Lautsprecher ab 4 Ohm
- maximale Ausgangsleistung 8W an 8 Ohm bei 12V
- Versorgung erfolgt aus dem Fahrakku
- kleiner getrennter Lautstärkeregler ideal für die versteckte
Montage am Modell
Es ist dabei besonders auf den Impedanzwert (in Ohm) und
die Belastbarkeit (in Watt) des Lautsprechers zu achten.
Ist der Impedanzwert des Lautsprechers viel kleiner als der
vom Soundmodul zu-
gelassene Wert (siehe z.B. oben 4 Ohm), dann kann die Elektronik
sowie der Lautsprecher Schaden nehmen. Ist der Wert zu hoch,
erreicht der Lautsprecher nicht seine maximale Lautstärke.
Die Belastbarkeit des Lautsprechers sollte ruhig etwas über
dem vorgegebenen Wert (siehe oben z.B. 8W) liegen. So wird die
Zerstörung (Überlastung) des Lautsprechers durch die Elektronik
vermieden.
*
Das Hydraulikmodul
Dieses Modul dient als Vorschalt-Modul für Baumaschinen mit
Hydraulik.
Mögliche technische Ausstattung (am Beispiel eines Hydraulikmoduls
der Firma Servonaut):
- Steuerausgang für ein Soundmodul,
realistische Drehzahl- und Klangände-
rung bei Hydraulik-Betätigung
- überwacht bis zu vier Hydraulik-Servos
- Steuerausgang für Brushless-Antriebe
- automatisches zeitgesteuertes Abschalten der Pumpe
- 6A-Schaltausgang für eine Hydraulik-Pumpe
*
Der Infrarot-Sender
Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, einen Infrarot
(IR) -Sender für die drahtlose Datenübertragung in die Zugmaschinen
einzubauen, womit man sich die Verkabelung zwischen Zugmaschine
und Anhänger / Auflieger erspart.
Es ist dabei aber zu bedenken, dass dann in oder auf dem Anhänger
/ Auflieger noch ein IR-Empfänger und ein weiterer Akku eingebaut
werden muss.
Es ist aber außerdem zu beachten, dass bei den zwei folgenden
Konstellationen gewisse Probleme auftreten können:
- die Zugmaschine hat eine metallische
Anhängerkupplung und der Anhänger eine metallische Deichsel
- die Zugmaschine hat eine metallische Sattelplatte und
der Auflieger einen metallischen Königsbolzen
Dadurch können nun folgende Probleme auftreten:
- sie verbinden damit unter
Umständen unterschiedliche Potentiale
zwei Beispiele sind im unteren Bild dargestellt
- es entstehen durch das Ruckeln der Deichsel in der Anhängerkupplung
unter Umständen hochfrequente Störungen, die den Empfänger
stören können
Beispiel zu Problem 1.:
Dieser Zustand kann entstehen, wenn bei einem mit Kondensatoren
beschalteten Motor das Motorgehäuse mit dem Chassis verbunden
wurde (siehe oben unter "Entstörung des Elektromotors").
Bei einer angenommenen 12V-Versorgungsspannung werden hierbei
z.B. die +6V der Zugmaschine (U1, die sich durch
die unterschiedliche Ansteuerung des Motors stetig ändern kann
und durch die PWM zusätzlich noch gepulst ist) mit den
-0V des Anhängers (U2) verknüppelt.
Man misst nun zwischen dem Minus (-) der Zugmaschine und dem
Plus (+) des Anhängers eine Spannung (UG) von +18V
(Details finden Sie oben unter "Entstö-
rung des Elektromotors").
falsch
beide Chassis weisen
unterschiedliche Potentiale auf |
richtig
beide Chassis wurden auf (-) 0V gelegt |
 |
 |
Der zeitliche Verlauf der eben beschriebenen Spannungen könnte
somit z.B. wie folgt aussehen:

Das Problem kann nur dadurch behoben werden, dass z.B. die
Anhängerkupplung oder die Deichsel aus Kunststoff ist (mindestens
eins von beiden) oder dass man eine Potentialausgleichsleitung
zwischen dem Chassis der Zugmaschine und des Anhängers zieht.
Wenn ich aber nun diese Leitung ziehe - warum dann eine Infrarotübertragung?
Gut, ein paar Leitungen hat man sich tatsächlich erspart.
Mögliche technische Ausstattung (am Beispiel eines Infrarot-Senders
der Firma Servonaut):
- überträgt fünf Schalt- und
eine Servo-Schaltfunktion (d.h. Vollausschlag links / rechts)
oder
- überträgt bis zu sechs Schalt- und zwei Servo-Schaltfunktionen;
mit zusätzlicher Übertragung zweier Proportionalkanäle direkt
vom Empfänger zum IR-Sender
*
Das Aufliegermodul - der Infrarot-Empfänger
Hier nun das Gegenstück zum IR-Sender - der IR-Empfänger,
der auf dem Auflie-
ger oder Anhänger installiert wird.
Mögliche technische Ausstattung (am Beispiel eines Aufliegermoduls
der Firma Servonaut):
- steuert Fahr-, Brems-, Seitenlicht
und Blinker
- 6 Schaltausgänge je 700mA, kurzschlussfest
- bis zu vier Servoausgänge
- für 7,2V bis 12V; integriertes 5V / 1A BEC (für Servos)
Es können damit z.B. folgende Funktionen realisiert werden:
- Blinker links
- Blinker rechts
- Standlicht
- Rücklicht
- Bremslicht
- Nebelschlusslicht
- Warnblinkanlage
- Rückfahrscheinwerfer
Erstellt am: 26.03.2008
Letzte Aktualisierung: 26.03.2008
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