*
Die einzelnen Akku-Systeme im Vergleich
Ich habe mal die wichtigsten Systeme miteinander verglichen,
die aber von Her-
steller zu Hersteller und Baujahr unterschiedlich sein können.
| Pb / Blei |
|
Vorteile |
- ausgereifte und robuste
Technik
- einfache Ladetechnik
- hochstromfähig
- sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis
- recyclingfähig |
|
Nachteile |
- sehr geringe Energiedichte
(Verhältnis Kapazität zu Gewicht)
- hohes Gewicht
- schwermetallhaltig |
| |
|
| Ni-Cd / Nickel-Cadmium |
|
Vorteile |
- sehr gute Verfügbarkeit
- ausgereifte und robuste Technik
- auch bei niedrigen Temperaturen gut geeignet
- hohe Zyklenzahl
- Hochstrom-entladefähig
- ultraschnell-ladefähig
- große Auswahl an Baugrößen
- breites Kapazitätsspektrum
- gutes Preis-Leistungsverhältnis
- recyclingfähig |
|
Nachteile |
- geringe Energiedichte
(Verhältnis Kapazität zu Gewicht)
- möglicher Memory-Effekt, bei neuerer Bauart sehr reduziert
- schwermetallhaltig (Cadmium, Quecksilber) |
| |
|
| Ni-MH / Nickel-Metall-Hydrid |
|
Vorteile |
- gute Verfügbarkeit
- sehr hohe Energiedichte (Verhältnis Kapazität zu Gewicht)
- bei neuerer Bauart auch Hochstrom-entladefähig
- bei neuerer Bauart auch ultraschnell-ladefähig
- bieten mehr Kapazität als gleichgroße Ni-Cd-Typen
(siehe unten)
- kein Memory-Effekt
- gutes Preis-Leistungsverhältnis
- frei von toxischen Schwermetallen |
|
Nachteile |
- eingeschränkter Temperaturbereich
- nicht alle sind Hochstrom-entladefähig
- sensibler im Lade- und Entladeverhalten
- relativ hoher Ladekontrollaufwand
- hohe Selbstendladung
- etwas teurer als Ni-Cd
- nicht recyclebar |
Zusammenfassend kann man sagen, dass im Modellbau derzeit
eigentlich nur noch Ni-Cd und Ni-MH zum Einsatz kommen. Der
Akku der Zukunft könnte der Lithium-Akku (Lithium-Ionen [LiIon]
oder Lithium-Polymer [LiPo]) werden.
Akku-Packs grundsätzlich
nur aus Zellen gleicher Größe, Kapazität,
Hersteller und System (Ni-Cd / Ni-MH) zusammenstellen!
Um Akku-Packs zusammenzustellen, sollte man die Akkus auch
selektieren oder gleich selektiert kaufen. Dabei werden die
einzelnen Zellen nach Spannungslage, Innenwiderstand und Kapazität
vermessen, sortiert und entsprechend zu Akku-
Packs zusammengestellt.
Man sollte Akkus für Akku-Packs selektieren, damit möglichst
geringe Unterschie-
de zwischen den einzelnen Akkus bestehen (siehe unten, Tiefentladung).
*
Vergleich der Nennkapazitäten
Unter der Nennkapazität (C) in mAh (milli-Ampere-Stunde)
oder Ah (Ampere-
Stunde) versteht man die Menge der elektrischen Ladung, die
eine Zelle speichern kann.
Ein Akku mit z.B. 1100mAh kann bei idealer Umgebungstemperatur
(ca. 20°C) einen Strom von
I (in mA) = C (in mAh) / h (in Stunden)
oder einen bestimmten Strom für eine Anzahl von Stunden
h (in Stunden) = C (in mAh) / I (in mA)
abgeben.
Daraus ergäbe sich bei einer Nutzungsdauer von
einer Stunde ein Strom von I = 1100mAh / 1h
= 1100mA
oder bei fünf Stunden ein Strom von I = 1100mAh / 5h =
220mA
oder bei einem vorgegebenen Strom von
550mA eine Nutzungsdauer von h = 1100mAh /
550mA) = 2h = 2 Stunden
oder bei 2000mA eine Nutzungsdauer von h = 1100mAh / 2000mA)
=
= 0,55h = 0,55 Stunden
Die Kapazität nimmt bei Temperaturen unter 15°C und über
30°C deutlich ab.
Akkus verfügen je nach System, Typ und Hersteller über recht
unterschiedliche Nennkapazitäten (Stand November 2007).
| |
Typ
ANSI
(ALT) |
Typ
IEC
(NEU)
Ni-Cd / Ni-MH |
Kapazität
in mAh
Ni-Cd / Ni-MH |
Abmessungen
in mm |
| Micro |
AAA |
KR03 |
HR03 |
350 |
1200 |
H 44
Ø 10 |
| Mignon |
AA |
KR6 |
HR6 |
1100 |
2900 |
H 50
Ø 14 |
| Baby |
C |
KR14 |
HR14 |
3000 |
6000 |
H 50
Ø 25 |
| Mono |
D |
KR20 |
HR20 |
5000 |
11500 |
H 61
Ø 33 |
| Sub-C
* |
SC |
KR23/43 |
HR23/43 |
2400 |
4300 |
H 43
Ø 23 |
* Sonderbauform
- teilweise Hochstrom-entladefähig
- teilweise schnellladefähig
- mit Z-Lötfahnen
*
Ladung von Akkus
Akkus können je nach nach System und Hersteller auf unterschiedliche
Arten geladen werden.
C = Nennkapazität der Zelle
| Normalladen: |
| |
Ladestrom = 0,1 · C
Überladung relativ unkritisch |
Ladezeit: 12 - 16 Stunden |
| Beschleunigtes
Laden: |
| |
Ladestrom = (0,2 - 0,5)
· C
um Überladung zu verhindern mit Timer abschalten |
Ladezeit: 3 - 6 Stunden |
| Schnellladen: |
| |
Ladestrom = (0,5 - 2,0)
· C
um Überladung zu verhindern mit Timer, Temperatursensor
oder spannungsab-
hängig abschalten |
Ladezeit: 1 - 3 Stunden |
| Ultraschnellladen: |
| |
Ladestrom = ca. 6 · C
die Abschaltautomatik ist dabei nicht im Ladegerät,
sondern direkt im Akku inte-
griert |
Ladezeit: max. 15 Minuten |
| Erhaltungs-Ladung: |
| |
Ladestrom max. = 0,03 ·
C
Memory-Effekt durch Überladung möglich |
|
Ein Beispiel für beschleunigtes Laden bei einem Akku mit
einer Nennkapazität von 1000mAh:
ILaden = 0,5 · C = 0,5 · 1000mA
= 500mA = 0,5A
Mit dem eben berechneten Ladestrom ergeben sich folgende
Ladezeiten:
Ni-Cd
t = (C / I) · 1,4 = (1000mAh / 500mA) · 1,4
= 2,8h = 2,8 Stunden
Ni-MH
t = (C / I) · 1,5 = (1000mAh / 500mA) · 1,5
= 3h = 3 Stunden
Das Schnellladen ist aber mit einer gewissen
Vorsicht zu genießen. Denn
nicht jeder Akku ist für die Schnellladung ausgelegt. Es sind
daher unbedingt die Her-
stellerangaben des jeweiligen Akkus zu beachten.
Ich persönlich bin kein Freund der Schnell- oder Ultraschnellladung.
Meine Ein-
stellung: lieber etwas langsamer - aber dafür ordentlich.
Ich halte die langsame-
re Ladung grundsätzlich auch für schonender. Und man kann die
Akkus nach der Ladung wenigstens auch noch anfassen, ohne sich
gleich die Finger zu verbren-
nen.
Es gibt folgende Typen von Ladegeräten:
| - |
Standard
die Akkus werden unabhängig von ihrer Restkapazität
mit einem bestimm-
ten Ladestrom geladen
nach beendeter Ladung erfolgt
keine automatische Abschaltung!
es muss daher nach berechneter Ladezeit die Abschaltung
manuell erfol-
gen
durch Überladung und Überhitzung kann sich die Lebensdauer
eines Akkus erheblich verringern! |
| - |
Timer
hierbei wird der Ladestrom nach einer bestimmten Zeit
automatisch ab-
geschaltet
Ladezeiten und Ladeströme sind für die unterschiedlichen
Akkugrößen fest voreingestellt
ein gefährliches Überladen ist damit fast ausgeschlossen |
| - |
Mikro-Prozessorgesteuerte
diese Geräte erkennen den Akku-Typ und seinen Ladezustand
und passen dementsprechend den Ladestrom individuell
an
sie überwachen (z.B. Spannungsverlauf am Akku, Temperatur)
ständig den Ladevorgang
einige dieser Geräte verfügen über spezielle Akku-Pflegeprogramme:
- automatischer Akkutest
- automatische Umschaltung auf Erhaltungsladung nach
Ladeende
- Entladefunktion
- Auffrischen / Regenerieren (mehrmaliges Laden und
Entladen zur Rege-
neration der Zelle) |
Grundsätzlich ist aber immer darauf zu achten, dass die einzelnen
Systeme (Pb, Ni-Cd und Ni-MH) gegebenenfalls unterschiedliche
Ladegeräte benötigen. Die Investition in ein gutes Ladegerät
rechnet sich durch die längere Nutzungsdauer der Akkus allemal.
Nach dem Kauf oder längerer Lagerung sollte man ca. drei
Zyklen (3 x Entladen / Laden) durchführen, um die volle Leistungsfähigkeit
der Zellen zu erreichen.
*
Hochstromfähig / Hochstrom-entladefähig
Unter einem Akku der Hochstromfähig / Hochstrom-entladefähig
ist, versteht man einen Akku, der einen geringen Innenwiderstand
Ri hat und somit einen hohen Entlade- / Laststrom
abgeben kann.

| mit: |
| UKl |
= |
äußere abgreifbare Spannung |
in V |
Volt |
|
| U0 |
= |
innere Spannung |
in V |
Volt |
|
| I |
= |
Laststrom |
in A |
Ampere |
|
| Ri |
= |
Innenwiderstand |
in mΩ |
milli-Ohm |
|
Aus der Formel kann man ersehen:
je kleiner der Innenwiderstand Ri, desto kleiner
der Spannungsabfall im Akku.
Hochstrom-entladefähige Akkus können je nach System
| - |
Pb |
0,2·C sind üblich, kurzzeitig bis 1·C
möglich |
| - |
Ni-Cd |
10·C bis 30·C; Innenwiderstand Ri
ca. 5mΩ |
| - |
Ni-MH |
5·C bis 15·C |
und Typ Dauerströme bis zu 30A und Kurzzeitströme bis zu
80A abgeben.
Nicht Hochstromfähige / Hochstrom-entladefähige Akkus können
je nach System (Ni-Cd und Ni-MH) und Typ Ströme bis zu 3·C oder
4A abgeben.
Für mich machen die Akkus, die Hochstrom-entladefähig sind,
nur für Baumaschi-
nen oder dergleichen Sinn. Denn nur dort werden kurzzeitig wirklich
hohe Ströme benötigt.
*
Der Tod jedes Akkus
Es gibt viele Möglichkeiten einen Akku in die ewigen Jagdgründe
zu schicken. Eine kleine Auswahl:
Pb
- weite Entladung oder sogar
Tiefentladung:
man riskiert einen Kurzschluss
- ständiges Arbeiten mit einem halbvollen Akku:
die Kapazität sinkt langsam ab
- überladen:
der Akku beginnt zu gasen und verliert Wasser
auch Kurzschlüsse können auftreten
- laden mit zu hohem Strom:
es treten die gleichen Effekte wie bei der Überladung auf
Ni-Cd
- tiefenentladen eines Akkupacks:
dadurch werden die schwächsten Zellen umgepolt und dauerhaft
zerstört
- nachladen ohne Entladung:
die Zelle verliert relativ schnell ihre Kapazität durch
den Memory-Effekt man kann das durch mehrmaliges entladen
(einzelner Zellen!) und Nach-
laden wieder reparieren
- überladen mit hohen Strömen:
die Zelle wird durch Gasung zerstört, das Sicherheitsventil
kann anspre-
chen
- lange Lagerung von vollgeladenen Ni-Cd Akkus:
durch chemische Prozesse "frisst" sich der Akku ganz langsam
selbst auf
Ni-MH
- mit zu hohen Strömen entladen:
die Zellen werden durch große Hitzeentwicklung zerstört
- tiefenentladen eines Akkupacks:
dadurch werden die schwächsten Zellen umgepolt und dauerhaft
zerstört
- überladen:
selbst geringe Überladung kann die Zelle schädigen
- Lagerung von leeren Ni-MH Zellen:
die Zelle zerstört sich chemisch selbst
*
Tiefentladung
Bei der Tiefentladung eines Akku-Packs (z.B. bei Ni-Cd, Entladen
unter 0,85V / Zelle) kann sich die Polarität einer Zelle umkehren.
Im Lauf der Zeit (zyklisches Laden / Entladen) oder auch durch
Kapazitätsstreuung bei der Zellenherstellung bilden sich unterschiedliche
Kapazitäten der einzelnen Zellen im Pack. Mit ande-
ren Worten: Die schwächste Zelle im Akku-Pack erreicht die
Entlade-
schlussspannung früher als die anderen Zellen. Darauf folgt
eine Tiefent-
ladung für diese Zelle und somit besteht die Möglichkeit einer
Umpolung. Diese Polaritätsumkehr wird noch forciert, wenn man
bei Akkus ständig versucht, Strom zu entnehmen, obwohl sie eigentlich
schon leer sind.
Es empfiehlt sich daher bei längerer Nichtbenutzung, die Akkus
immer von dem Gerät / Verbraucher zu trennen.
Ein Akkusatz ist leer, sobald ein Leistungseinbruch spürbar
ist. Fährt man sein Modellfahrzeug weiter, bis es stehen bleibt,
kann man sich ziemlich sicher sein, dass man die Akkus bereits
geschädigt hat!
Unter der Enladeschlussspannung versteht man die Spannung,
ab der die Ent-
ladegrenze des Akkus erreicht ist. Der Akku darf niemals unter
diese Spannung entladen werden!
|
Entladeschlussspannungen:
|
| - |
Pb |
1,75V pro Zelle |
| - |
Ni-Cd |
0,85V pro Zelle
0,9V pro Zelle; mit Reserve bei Akkupacks, siehe oben |
| - |
Ni-MH |
0,85V pro Zelle
0,9V pro Zelle; mit Reserve bei Akkupacks, siehe oben |
*
Memory-Effekt - Lazy-Battery-Effekt
Bei den Ni-Cd-Akkus versteht man unter dem Memory-Effekt
(Memory = engl. Erinnerung) den Vorgang, dass sich ein
Akku bei unvollständiger Entladung diesen Zustand merkt / "speichert"
und bei vorzeitigem Laden einen Teil seiner Ladung / Kapazität
verliert. Dieser Effekt äußert sich in einem frühen Spannungs-
abfall. Die Lebensdauer des Akkus verkürzt sich.
Der
Memory-Effekt einmal bildlich dargestellt.
- das erste Teilbild stellt die
Kapazität des Akkus bei Volladung (100%) dar
- das zweite Teilbild stellt die Kapazität des Akkus dar,
wenn er mehrfach nur bis auf 20% der Nennkapazität entladen
und dann geladen wurde
der Akku speichert diesen unvollständigen Entladezustand
als leer
=> die Restkapazität beträgt nur noch 80% der Nennkapazität
- das dritte Teilbild stellt die Kapazität des Akkus dar,
wenn er weiterhin nur unvollständig entladen und dann geladen
wird
=> die Restkapazität beträgt jetzt nur noch 60% der Nennkapazität
usw.

Bei den Ni-MH-Akkus tritt der Lazy-Battery-Effekt
auf, der zu einer Verringe-
rung der Spannung führt. Die Ursachen sind im Prinzip die gleichen
wie beim Memory-Effekt. Die Spannung verläuft hier etwas unterhalb
der normalen Ent-
ladespannung (siehe unten). Die Nutzungsdauer ist davon aber
weniger als beim Memory-Effekt betroffen. Dieser Effekt ist
daher auch weit weniger gravierend.
Schematische Darstellung des Memory-Effektes bei Ni-Cd-Akkus
grüne Linie = normale Entladekurve
rote Linie = Entladekurve
mit Memory-Effekt

Schematische Darstellung des Lazy-Battery-Effektes
bei Ni-MH-Akkus
grüne Linie = normale Entladekurve
rote Linie = Entladekurve
mit Lazy-Battery-Effekt

Folgende Empfehlungen können gegeben werden:
- eine vollständige Entladung
vor jeder Ladung ist nicht notwendig
- gelegentliches vollständiges Entladen, nach etwa 10
Teilentladezyklen, ist empfehlenswert
Wenn der Memory-Effekt oder Lazy-Battery-Effekt jedoch schon
eingetreten ist, helfen Ladegeräte mit speziellen Pflegeprogrammen
(Refresh-Funktion, siehe oben).
*
Überladung
Unter der Ladeschlussspannung versteht man die Spannung,
ab der die Lade- bzw. Kapazitätsgrenze des Akkus erreicht ist.
Der Ladevorgang muss dann von hohen Strömen in kleine Erhaltungsladungen
übergehen. Lädt man einen Akku über die Ladeschlussspannung
hinaus, führt dieses zur Überladung / Überhitzung und damit
zur Kapazitätsminderung oder sogar zur Zerstörung des Akkus.
| Maximal zulässige Ladeschlussspannung: |
| - |
Pb |
2,25V - 2,30 V pro Zelle |
| - |
Ni-Cd |
1,5V pro Zelle |
| - |
Ni-MH |
1,5V pro Zelle |
Gute Mikro-Prozessorgesteuerte Ladegeräte erkennen den Akku-Typ
und seinen Ladezustand und passen dementsprechend den Ladestrom
individuell an. Sie überwachen unter anderem auch den Spannungsverlauf
am Akku und die Tempe-
ratur des Akkus. Diese Geräte mit integrierter Ladeelektronik
schalten nach dem vollständigen Aufladen auf Erhaltungsladung
um und vermeiden dadurch Überla-
dungen und Überhitzungen.
Fehlt diese Funktion, sollte der geladene Akku möglichst nicht
über längere Zeit (mehrere Tage) im Ladegerät bleiben.
Akkumulatoren sollten in der Regel die Temperatur von 55°C
– 60°C nicht über-
schreiten. Wird diese Temperatur dennoch überschritten, kann
die Zelle aufgrund der Druckerhöhung im Inneren ihre Dichtigkeit
verlieren und auslaufen. Die Ab-
schaltung der Ladung bei einer bestimmten Temperatur wird in
einigen Ladege-
räten als Sicherheitskriterium verwendet. Als alleiniges Abschaltkriterium
ist dies jedoch nicht zu empfehlen, da es wegen der indirekten
Messung recht ungenau ist und sich die Temperaturentwicklungen
bei Ni-Cd- und Ni-MH-Akkus auch unterscheiden. Zudem beeinflusst
auch die Umgebungstemperatur den Abschalt-
zeitpunkt.
Darum sollte auf Ladegeräte zurückgegriffen werden, die jede
Zelle einzeln überwachen (Einzelschachtüberwachung). Weiterhin
sollte die Ladungsend-Er-
kennung durch "minus Delta U (-ΔU)", "Ableitung der Spannung
(dU/dt)" oder "Peak Voltage Detection" erfolgen.
| Maximal zulässige Temperatur
während des Ladens: |
| - |
Pb |
50°C |
| - |
Ni-Cd |
60°C
empfohlen bis 45°C |
| - |
Ni-MH |
50°C
empfohlen bis 35°C |
*
Selbstentladung - empfohlene Lagerung
Unter der Selbstentladung versteht man den Vorgang, bei dem
sich ein geladener Akkumulator auch ohne Anschluss eines Verbrauchers
(z.B. Lagerung bis zum nächsten Einsatz) mehr oder weniger schnell
entlädt. Die Geschwindigkeit der Selbstentladung ist in der
Regel im vollständig geladenen Zustand am größten und nimmt
mit zunehmender Zeit ab.
Die Selbstentladung ist temperaturabhängig und bei hohen Temperaturen
größer. Ideale Lagertemperaturen liegen unterhalb der Zimmertemperatur
(ab ungefähr +10°C aufwärts, wie z.B. im Keller). Vor der Ladung
oder der erneuten Benutzung sollte der Akku sich aber wieder
auf Zimmertemperatur erwärmen.
Vor der Lagerung sollten bei allen Akku-Systemen grundsätzlich
alle Verbraucher abtrennt werden. Denn auch in einem ausgeschalteten
Gerät kann ein geringer Strom fließen, der nach längerer Zeit
zu einer Tiefentladung (siehe oben) führt, die dem Akku schadet
und ihn im Extremfall zerstört.
Die angegeben Werte der Selbstentladung sind als Richtlinie
zu verstehen und von Hersteller zu Hersteller und auch Baujahr
unterschiedlich.
| |
Selbstentladung
pro Monat bei 20°C und Lagerung |
| Pb |
-
- |
2 bis 30% (je nach Ausführung)
Ladezustand 100%
sofort nach Gebrauch aufladen
möglichst kühl und trocken lagern
Blei-Akkus sollten nicht längere Zeit ungeladen lagern
bei zu langer Lagerung trocknet der Akku aus |
| Ni-Cd |
-
-
- |
15 bis 20%
Ladezustand ca. 50%
da sie diese Ladung allerdings verlieren, müssen sie
in regelmäßigen Abständen geprüft und nachgeladen werden
bei möglichst niedriger Temperatur (unter Zimmertemperatur)
und trocken lagern
Lagerfähigkeit:
- einige Monate bei Zimmertemperatur
- ca. 1 Monat bei höheren Temperatur
- keine Lagerung über 65°C |
| Ni-MH |
-
-
- |
15 bis 100%
neuere Typen (ab 2006) 15% pro Jahr
Ladezustand ca. 50%
sollten (im Gegensatz zu Ni-CD Zellen) bei längerer
Lagerung (größer 6 Monate) randvoll geladen gelagert
werden
da sie diese Ladung allerdings verlieren, müssen sie
in regelmäßigen Abständen geprüft und nachgeladen werden
bei möglichst niedriger Temperatur (unter Zimmertemperatur)
und trocken lagern
Lagerfähigkeit:
- einige Monate bei Zimmertemperatur
- wenige Wochen bei hohen Temperaturen |
Um die Selbstentladung zu kompensieren und Akkumulatoren
ständig einsatz-
bereit zu halten, müssen diese in regelmäßigen Abständen wieder
aufgeladen werden (ca. alle drei Monate) oder nach dem eigentlichen
Aufladen mit der so genannten Erhaltungsladung (siehe oben)
aufgeladen werden (aber nicht über mehrere Tage; es droht Überladung).
Nach längerer Lagerung sollte man ca. drei Zyklen (3 x Entladen
/ Laden) durch-
führen, um die volle Leistungsfähigkeit der Zellen wieder zu
erreichen.
Erstellt am: 06.11.2007
Letzte Aktualisierung: 28.11.2007
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